Sabine Heinrich

Laufen gegen den inneren Schweinehund

Keine Lust auf Training gibt es bei Sabine Heinrich nicht.

Warum laufen Sie überhaupt?
Ich bin ziemlich hart mit mir selbst und beschäftige mich unterwegs auch sehr mit mir. Aber ich laufe nie gegen andere, höchstens gegen mich selbst. Oder für den Spaß. Im November bei den Trailrun Masters in Dortmund hatte ich zum Beispiel einfach mal Bock auf Schlamm und wollte auch mal eine ganz andere Läuferszene kennenlernen. Ich bin im Grunde eine Vereinsmeierin und freue mich, neue Leute kennenzulernen, die auch gern über das Hobby Laufen sprechen und wo ich nicht ständig erklären muss, was zum Teufel eine 5:15 bedeutet.

Wie führen Sie den Kampf gegen den inneren Schweinehund?
Im Training folge ich konsequent meinem Leitsatz: Du hast dich nach dem Laufen noch nie schlechter gefühlt als davor. Auch wenn ich mal keinen Bock habe oder das Wetter mies ist, gehe ich laufen. Und wenn ich nach 6 oder 7 Kilometern merke, es geht richtig schlecht, dann laufe ich erst recht weiter. Es wird nicht gekniffen. Manchmal muss ich mich auch als faule Sau beschimpfen. Ich kann mich aber auch total freuen. Beim Berlin-Halbmarathon letztes Jahr zum Beispiel. Da merkte ich bei Kilometer 10, dass ich eine absolute Bestzeit auf dieser Streckenlänge erreicht hatte und habe erst mal einen Luftsprung gemacht. Obwohl mir die Zeit ein Signal dafür hätte sein müssen, dass ich eigentlich viel zu schnell unterwegs war. Aber ich war davon so geimpft, dass ich wie eine Irre weitergerannt bin und am Ende mit 1:41 meine Bestzeit im Halbmarathon deutlich unterbieten konnte. Wer schneller läuft, ist schneller da.

Werden Sie beim Training oft erkannt?
Nein, solange ich den Mund nicht allzu weit aufmache und meine Zahnlücke präsentiere, erkennt mich keiner, weil ich mit meiner ollen blauen Mütze auf dem Kopf einfach völlig unglamourös aussehe.

Welche Trainingseinheiten fürchten Sie am meisten?
Schnelle 15er finde ich total schrecklich. Lieber laufe ich 25, da muss ich dann ja nicht ganz so schnell unterwegs sein. Die 15er mache ich deshalb meistens auf dem Laufband. Da habe ich die totale Tempokontrolle und kann mich nicht verarschen. Auch 10 Kilometer im Rennen sind ziemlich fürchterlich. Da habe ich auch schon mal im Ziel auf die rote Matte gekotzt. Okay, jeder Trainer würde sagen: Sehr gut, besser auf die Matte als zehn Meter davor.

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