Dieter Baumann

Laufen - die einzig richtige Sportart

Dieter freut sich im Urlaub, dass er Läufer und nicht Surfer ist. Denn Laufen kann man auch ohne Wind.

Dieter Baumann: Lauf der Woche

Einsam ist es am Wasser, wenn kein Lüftchen weht.

Bild: Heike / pixelio.de

Lauf der Woche
Ort: Costa Brava, Spanien
Freitag 01.06.2012
Lauftreff für Surfer – 30 Minuten gegen den Wind


Ich melde mich vom Dauerlaufen und muss einfach feststellen: Ich habe die einzig richtige Sportart gewählt. Denn Laufen kann man überall. Ganz egal wo, ganz egal wann, ganz egal mit was ausgestattet. Ich befinde mich im Urlaub, Costa Brava. Gestern, ein ganz normaler Tag am Campingplatz.

9:00 Uhr: Ich schlendere mit meiner Tasse Kaffee zum Meer. Ruhig liegt es da, kein Wellenschlag, nicht ein Hauch eines Windes – traumhaft! Barfuß trabe ich 10 Minuten in eine Richtung, dann wieder zurück.

9:20 Uhr: Mache Dehnübungen, da kommen drei junge Burschen in halblangen Badehosen an den Strand. Sie halten Windmesser in die Höhe. Immer wieder schauen sie auf das Display, schütteln den Kopf und halten das Gerät gleich wieder in die Luft. Dieses Ritual wiederholt sich einige Male – also bis so gegen 10:00 Uhr.

10:00 Uhr: Mein Frühstück beginnt. Aus den drei Burschen sind einige hundert geworden. Die ersten tragen ihre Surfbretter zum Strand und jeder Surfer am Campingplatz – also alle außer mir – hat mindestens vier Surfbretter. Auch die jeweiligen Segel werden zum Strand geschleppt. Das sieht so ähnlich aus, wie ein großer Haufen Blattschneideameisen. Zum Schluss kommen die Kite-Drachen. Pressluft wird eingefüllt, Seile und Segel gespannt und ausgelegt. Das alles dauert und es ist heiß und wie ich von meinem Frühstücksplatz feststellen kann, ist diese Sportart ganz schön anstrengend.

11:30 Uhr: Alles liegt sauber aufgereiht am Strand. Ein erster kleiner Luftzug ist zu spüren. In die Campingfamilie kommt nun richtig Bewegung. Neoprenanzüge werden angezogen, einige werden vorausgeschickt – so sieht es für mich als Laie zumindest aus - die anderen warten, eingepackt in ihren Neoprenanzügen bei senkender Hitze am Strand. Kopfschüttelnd kommen die Versuchssurfer wieder vom Meer. Geht nicht, die Brise reicht nicht.

12:30 Uhr: Die Segel und Bretter werden wieder zum Zelt zurückgetragen. In Neoprenanzügen, die nun halbausgezogen über der Hüfte baumeln.

13:30 Uhr: eine große Depressionswolke zieht über den Campingplatz. Ich gehe zum Meer und erfreue mich über das glatt liegende Wasser und ziehe eine einsame Runde durchs kühle Nass. Kleingruppen besuchen mich am Strand, ich winke ihnen zu, „kommt rein, tolles Wasser“, doch sie starren auf ihre Windmesser, glotzen hinaus an den Horizont und gehen kopfschüttelnd wieder zu den Zelten.

15:30 Uhr: Ein Gerücht macht die Runde, ja es erreicht auch mich, das Zelt des Läufers! „Der Wind kommt“. Woher, warum und weshalb der Wind kommt, wird nicht gesagt. Aber innerhalb weniger Minuten ist der ganze Zeltplatz in Aufruhr. Kites werden abermals mit Luftdruck aufgepumpt, Surfbretter abermals zum Strand geschleppt, Segeln hinterher getragen.

16:00 Uhr: Hunderte Menschen stehen am Strand, ihre Neoprenanzüge sind bis zur Hüfte hochgezogen und sie blicken aufs Meer. Glatt liegt es da, ruhig schlagen einzelne kleine Wellen an den Sandstrand an. Ein liebliches Rauschen ist es, wirklich schön. Der Wind kommt nicht.

17:00 Uhr: Die ersten geben auf. Mit hängen Köpfen lassen sie die Pressluft aus Kites, sie tragen die Segel und Bretter wieder zurück.

18:00 Uhr: Ich gehe laufen, 60 Minuten, doch bevor ich loslege, hänge ich ein Zettel ans schwarze Brett des Campingplatzes: MORGEN 9:00 Uhr LAUFTRAINING. Heute waren wir 18 Läuferinnen und Läufer – Tendenz steigend - ich hänge noch eine Woche dran.

Dieter Baumann – Brot und Spiele

Bild: Ulrich Metz

Dieter Baumann spielt Theater:

Brot und Spiele


Die nächsten Termine:

15.06.2012 - Stuttgart - Theaterhaus Stuttgart
07.07.2012 - Abtsgmünd
21.09.2012 - Tübingen - Sudhaus

Regie: Carola Schwelien
nach dem Roman von Siegfried Lenz

Dieter Baumann probiert etwas Neues - kein zweites Comedyprogramm - und doch bleibt er sich treu. Er ist und bleibt Geschichtenerzähler. Er erzählt - liest - spielt, welch Überraschung, die Geschichte eines Läufers.

www.dieterbaumann.de

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