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Lauf-Hightech: Ein Hauch von Nerds

Wir Läufer nutzen moderne Ausrüstung, und das macht viel Spaß. Aber man kann die Anwendung von Hightech-Material durchaus übertreiben, wie die folgenden Beispiele zeigen.

Lauf-Hightech

High End Lauf-Hightech: Das Laufband von Alter G ermöglicht fast schwereloses Laufen, kostet aber auch 38.000 Euro.

Bild: Hersteller

Ein mittlerweile beachtliches Arsenal an Technologie erleichtert heute dem Läufer sein Hobby. Gut, einiges ist auch wieder verschwunden – wo sind die Atemtrainer geblieben? - aber sicher ist: Wir nutzen moderne Ausrüstung, und das macht viel Spaß. Ebenfalls sicher ist: Man kann die Anwendung von Hightech-Material durchaus übertreiben, wie die folgenden Beispiele zeigen.

10. Funktionsshirts sind toll, solange man sie regelmäßig wäscht. Denkt man selbst: „Müffelt etwas, aber geht noch“, ist es meist schon so weit, dass die Vögel vom Himmel fallen, weil sie sich mit den Flügeln die Nasen zuhalten, und dass der „Surströmming“ wieder zurück in seine Dose robbt.

9. Es gibt Armbänder, die 24 Stunden am Tag unsere Aktivität „tracken“. Sie ermöglichen es uns, fitter zu sein, besser zu schlafen und besser auszusehen. Laufen muss man dafür leider immer noch.

8. Laufmode wird immer bunter. Die aktuelle Kollektion geht etwas weit, man wirkt darin wie nach einer Session Prinzessin-Lillifee-Gotcha.

7. Immer mehr Leuchtstreifen werden an der Laufkleidung angebracht. Das ist eine tolle Sache, nur nicht, wenn man sie nachts trägt, in einem A380, der evakuiert werden muss. Dann wollen einen 853 Passagiere als Notausgang benutzen.

6. Zehenschuhe machen viel Spaß. Sie haben zwei Nachteile: Nach ausgedehnter Benutzung riechen sie wie Frankensteins Suspensorium und rein modisch betrachtet sind sie, vorsichtig gesagt, universell kombinierbar: Egal, was man dazu trägt, es sieht alles katastrophal aus.

5. Zeitgemäßer Läufer-Wetterschutz nutzt zur Wärmeregulierung smarte „Klima-Zonen“, die an „Thermo-Eigenschaften“ von Körperregionen angepasst sind. Italienische Marketing-Profis haben konsequenterweise eine „Zonen-Jacke“ auf den Markt gebracht. Sorry, Ostdeutschland.

4. Fortschrittliche Lauf-Apps motivieren heutzutage mit allen Mitteln. Das drückt sich auch in der Namensgebung aus: „Rundrastic Intervall-Dominator Pro mit Lauf!Du!Sau!-Addon und Brüllspieß-Kommandomodul.“ Natürlich kompatibel mit dem Elektroschock-Kopfhörer „Afro4all“.

3. Im Rahmen der Nahrungsergänzung gehen progressive Läufer aktuell dazu über, Carnitin, Kreatin, Kalium und Co. durch die gelegentliche Einnahme eines Apfels oder einer Banane zu supplementieren.

2. Wenn Sie in der Morgendämmerung etwas anschaut wie eine Waldohreule, dann ist es entweder eine Waldohreule oder ein müder Läufer nach einer neuen Energy-Drink-Variante, die sich über einen besonders hohen Gehalt von Muntermachen differenziert.

1. Kein Ende ist abzusehen bei der Annährung von Laufwettbewerben mit dem Vielseitigkeitsreiten. Immer kreativere Hindernisse müssen Läufer bei Urbanathlon und Co. überwinden. Da ist es nur folgerichtig, dass für solche Gelegenheiten ein roter Springreit-Frack in Funktionsfaser angeboten wird.

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