Baumanns Lauf der Woche

Lass uns bloggen dear old friend!

Dieter Baumann schreibt einen offenen Brief an seinen dear old friend Helmut Digel, den früheren DLV-Präsidenten. Und er fordert ihn auf, einen gemeinsamen Blog mit ihm zu führen.

Dieter Baumann

Dieter Baumann will mit seinem dear old friend Helmut Digel einen Blog starten.

Bild: asics.de

Lauf der Woche
Donnerstag 05.01.2017
Tübingen / Lausanne
Doppeldauerkommissionslauf


Ich melde mich vom Dauerlaufen heute mit einer guten Nachricht. Thomas Bach greift durch. Er hat zwei Kommissionen gegründet, um darüber zu befinden, wie mit dem McLaren Bericht umgegangen werden soll. Zwei Antidopingkommissionen. Super.

Das animiert mich, meinen dear old friend Helmut Digel (ehemals DLV-Präsident) zu schreiben:

My dear old friend Helmut, was sind das nur für Zeiten? Alles ist aus den Fugen geraten. Im Sport gibt es keinen Halt mehr, weit und breit. Dann diese Stille. Auch wenn es früher genauso zuging wie heute, so war es immer noch Ihre mahnende Stimme, die durch den Zeitungsblätterwald rauschte. Und heute? Keine Stimme, nicht einmal ein Stimmchen, einfach nichts. Ach was müssen Sie leiden, my dear old friend.

Ganz besonders deshalb, weil jetzt, von unserem gemeinsamen noch viel „dearer“ und „older“ friend Thomas Bach, gleich zwei Kommissionen gegründet wurden. Zur Dopingaufklärung in Russland. Oder sollte ich Dopingverklärung schreiben? Ach egal, Hauptsache Doping. Mal unter uns, wären Sie da nicht der Mann der Stunde? Ach er hat Sie schon angerufen! Ganz bestimmt, er hat Sie angerufen und gefragt ob Sie mitmachen, oder?

Sie haben ja noch etwas gut bei Ihm, my dear old friend Helmut. Wie Sie sich direkt nach den Winterspielen von Sotschi für Ihn eingesetzt haben. In diesem Aufsatz, erinnern Sie sich? „IOC-Präsident Bach hat dies bei seiner Eröffnungsrede (Sotschi 2014) sehr klar und nachvollziehbar getan, und man kann nur empfehlen, dass sich die politischen Lehrmeister diese Lektion zukünftig zu Eigen machten.“ Was genau sollten sich die Lehrmeister – nur mal für mich, damit meinten Sie die ganzen Deppen, Naivlinge und Nichtskönner, von denen sie immer sprechen, oder? – was also sollten sie sich zu eigen machen? Dass „Politik nicht Sport und Sport nicht Politik und es ist durchaus sinnvoll, die beiden Sphären sorgfältig voneinander abzugrenzen und sie auch entsprechend zu unterscheiden.“
Ach so, jetzt habe ich das verstanden. Der russische Sportminister Mutko ist gar kein richtiger Politiker und Bach hat das immer gewusst. Und weil das so ist, kommen Sie my dear old friend Helmut in Ihrem Aufsatz zur Feststellung: „Den Organisationen des Sports ist durchaus auch zukünftig zu empfehlen, sportliche Ereignisse in Ländern durchzuführen, in denen die Menschenrechte mit Füßen getreten werden. Nur dann kann der Sport mit seinen beispielhaften internationalen Begegnungsmöglichkeiten ....bla, bla, bla.“

Schon allein mit diesem Aufsatz gehören Sie in diese Verklärungskommission des IOC. Oh sorry, Aufklärung natürlich. Ein zweiter Grund sind die Euro 3000,- pro Monat, die Ihnen laut SZ weggebrochen sind. Einfach so. Seit es den alten IAAF-Präsidenten Diack nicht mehr gibt. Er ist in Haft, U-Haft, Hausarrest oder auch zu Hause, wen kümmert es, die Welt ist ungerecht und Sie Ihre Euro 3000,- pro Monat los. Ja, my dear old friend, es ist zum Heulen.

Und gerade deshalb käme diese Kommissionsarbeit zur rechten Zeit. Den Russen mal so richtig auf die Finger klopfen. Wer könnte das besser als Sie, my dear old friend Helmut? Kurzum: zusagen.

Ich habe noch eine Idee!

Die Sportwelt hat viele Fragen. Ja ich weiß, Sie haben alle beantwortet, aber ein paar Dinge scheinen unklar. Wir verstehen die Dinge nicht. Alles Deppen, Naivlinge und Nichtskönner. Deshalb brauchen wir Antworten. Sie könnten diese Antworten geben. Über Diack, Coe, Bach – über die Russen und andere. Auch darüber, warum man als ehrenamtlicher Vizepräsident der IAAF Euro 3000,- pro Monat bekommen hat? Sagen Sie jetzt nicht es war nur ein einmaliger Betrag.

Forderten sie nicht transparente, gläserne Athleten? Könnten die Athleten und Zuschauer nicht auch einen gläsernen Funktionär fordern? Das wäre Ihre Chance. Gehen Sie mit gutem Beispiel voran, my dear old friend Helmut. Äußern sie sich zu den Vorwürfen. Und nicht nur das, sagen Sie was Sie wissen. Wir möchten es hören. Alles.

Nun zur Idee: Wir schreiben uns. Wir unterhalten einen gemeinsamen Blog. Wir stellen Fragen, wir antworten, vielleicht denken wir auch nach.
Unter #mydearoldfriend. Aber keine Sponsoren. Gut, einverstanden, wenn Gazprom anruft, muss man überlegen.

Was meinen Sie?

Bild: privat

Dieter Baumann, die Götter und Olympia – Termine 2016/2017

• 2. Februar 2017 / Wolfsburg, Theodor Heuss Gymnasium / 20:00 Uhr

• 3. Februar 2017 / Wolfenbüttel, KUBA Halle / 20:00 Uhr

• 11. März 2017 / Bondorf, Zehnscheuer / 20:00 Uhr

• 17. März 2017 / Lörrach, City Sport / 19:30 Uhr

• 18. März 2017 / Kaarst, Albert Einstein Forum / 20:00 Uhr

• 31. März 2017 / Sommerhausen, Historischer Rathaussaal / 20:00 Uhr

Dieter Baumann: Lauf der Woche:

Danke Thomas Bach