Lauf der Woche

Läuferhilfe beim Feuerwehreinsatz in Rottenburg

Das Rathaus brennt! Zum Glück nur ein Nachbau. Und zum Glück waren Dieter Baumann und seine Mitläufer da, um die leeren Eimer der Eimerkette zum Wiederauffüllen zum Fluss zu tragen.

Dieter Baumann als Eimerträger in Rottenburg

An alles hatten die Organisatoren gedacht, nur nicht daran, wie die leeren Eimer zum Wiederauffüllen an den Fluss zurück gebracht werden sollten.

Bild: Mission Olympic

Lauf der Woche
Mittwoch, 17.07.2013
Ort: Wurmlinger Kapelle
geplant: 10 km TDL – gemacht: Hitzefrei und deshalb nur sieben


Ich melde mich vom Dauerlaufen in tropischer Hitze rund um die Wurmlinger Kapelle. Ach, liebe Freunde der Laufkunst, noch vor wenigen Wochen hatte ich wegen des Dauerregenfalls Albträume und musste durch den Bodensee schwimmen, heute ist es heiß. Sehr heiß sogar. Und viele stöhnen wegen Hitze, Schwüle und der damit verbundenen Plagerei.

Hallo?! Egal ob Regen, Schnee oder Sonne, wir laufen weiter. Nein, es ist mir nicht zu heiß. Ich liebe die Hitze. Ja ich fühle mich bei solch einer Hitze erst richtig wohl und gut. Die Hitze kann mir gar nichts und selbst bei größter Mittagshitze kann ich laufen, ohne auch nur einen Schweißtropfen mehr zu verlieren. Die Anpassungsfähigkeit meiner Körperzellen an Hitze sind legendär und in vielen Heldengeschichten beschrieben: Seoul, Barcelona, Zürich, Wurmlinger Kapellenrunde.

Ein kleiner Rückblick sei erlaubt. Vor knapp 14 Tagen war ich auf olympischer Mission. Genauer, ich war in Rottenburg. Beim 24-Stunden-Lauf. Das kleine Städtchen bewarb sich um den Titel der bewegtesten Stadt Deutschlands. Hauptsponsor dieser Aktion ist eine bekannte Süßgetränk-Firma aus den USA. Was sich wie ein schlechter Witz anhört, macht im Grunde Sinn. Zunächst werden die Menschen durch den Genuss solcher Getränke dick, dann werden sie durch dieselbe Firma zu mehr Bewegung angestachelt um wieder abzunehmen. Eine Wiedergutmachung an den Menschen sozusagen. Ach, die Welt ist gut.

Und schauen sie sich doch einmal das Bild genauer an. Locker leicht gleite ich mit schwebendem Schritt über den Straßenasphalt. Mittendrin in der olympischen Mission. Und dass wir Läufer angeblich nur sinnlos durch die Gegend laufen, ist durch das Bild endlich auch widerlegt. Denn es brannte in Rottenburg. Genauer das Rathaus brannte, nicht das richtige, sondern ein Nachbau – besser: ein Nachbäuchen. Ein kleines Ding aus Pappe und Holz. Dies wurde vorsätzlich durch die Feuerwehr in Brand gesetzt (ein Tor, der schlechtes dabei denkt). Die Rottenburger Bürger löschten es via einer zirka einen Kilometer langen Eimerkette.

An alles hatten die Organisatoren gedacht; nur nicht daran, wie die leeren Eimer zum Wiederauffüllen an den Fluss zurück gebracht werden sollten. Die Eimer wurden gefüllt, mühevoll über eine Menschenkette durch viele Hände gereicht, übers Feuer gekippt, doch es ging nicht aus. Ja, wenn die Feuerwehr etwas macht, dann richtig. Die leeren Eimer stapelten sich, das Feuer brannte weiter und dann nahten die Retter! Wir Läufer! Wir transportieren die leeren Eimer während des 24-Stunden-Laufes wieder zurück, um sie zu befüllen. Und das bei großer Hitze! Was hätte alles passieren können? Ich möchte gar nicht daran denken, die ganze Stadt, durch die Feuerwehr …

Dieter Baumann – Brot und Spiele

Bild: Ulrich Metz

Dieter Baumann spielt Theater.

Zurück zum Lauf der Woche: Mittwoch ist mein regelmäßiger Tempolauftag. Vergangene Woche habe ich mit dieser Tradition begonnen. Tempoläufe seither immer mittwochs. Am vergangenem Mittwoch also die zweite Tempolaufeinheit. Geplant war: 5 km locker einlaufen, 10 km gesteigerter Lauf in 38 Minuten. Ein Kinderspiel, bei der Hitze sowieso. Ich kann das ja gut ab, die Hitze. Und weil ich das so gut ab kann, bin ich los wie die Rottenburger Feuerwehr. Die Durchgangszeiten auf den ersten 5 km: 4:40 / 4:00 / 3:40 / 3:50 / 3:50.

Bei Kilometer fünf merkte ich … die Hitze. Ich sage Ihnen, die Sonne brannte auf mein Haupt, kein Schatten, keine kühle Brise, kein Wasser, wirklich gar nichts, nur Hitze. Unerträglich! Keine Sau hält das aus.

Nach sieben Kilometern brach ich das Tempotraining ab. Es war zu heiß. Auf dem gesamten Rückweg suchte ich nach Eimern, um dem Dauerlauf doch noch eine sinnstiftende Wendung zu geben. Aber nichts, nur Hitze.


Die Internetseite unseres Kolumnisten Dieter Baumann finden Sie unter dem folgenden Link:
www.dieterbaumann.de

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