Toms Top Ten

Läufer und ihre Lebenseinstellung

Laufen verändert nicht nur Ihren Körper, sondern auch Ihre Einstellung zu Kernthemen des täglichen Lebens. Zum Beispiel zu diesen hier.

Toms Top Ten: Läufer und ihre Lebenseinstellung

Läufer finden überall Höhepunkte.

Bild: Christiane Ingenthron

10. Limousinen: Wer jemals auf dem Arbeitsweg das Auto stehen ließ und die 10 bis 25 Kilometer lief, sieht die Welt mit anderen Augen. Insbesondere einzelne Herren, die gepflegte Dienstwagen morgens in Tiefgaragen steuern. Warum sollten uns Kotflügel wichtiger sein als Lungenflügel?

9. Spaßgesellschaft: Ja, man kann in Fünf-Sterne-Clubs mit Poollandschaft und Animateuren Spaß haben. Mehr noch können Läufer das in Fünf-Millionen-Sternen-Nächten mit Meereslandschaft und Gleichgesinnten.

8. Qual: Völlig klar: Laufen, gerade das Marathon-Laufen, ist stupide Zeitverschwendung, unsinniger Fitness-Kult, quälender Körper-Kapitalismus. Sagen die, die es noch nicht probiert haben.

7. Diät: Schon toll, wenn dieses schlechte Gewissen beim Genuss von Plunderteilchen aufhört. Wenn der Körper sagt: „Ich brauch‘ das jetzt“ und man es ihm aus vollem Herzen gönnt.

6. Realismus: Eigenbild-Fremdbild-Abweichungen wirken teils etwas tragikomisch. Nicht nur DSDS-Teilnehmer trauen sich häufig viel zu viel zu. Läufer lernen irgendwann, die unbestechliche Objektivität der Uhr zu akzeptieren. Das ist vielleicht nicht die beste, aber doch eine wirksame Form der Erdung.

5. Klassenbewusstsein: Bauarbeiter, Bankvorstand oder Bambi-Gewinner? Egal, im Ziel sind alle gleich.

4. Glück: Warten, bis es kommt? Anzweifeln, ob man danach streben soll? Es auf Hormone zurückführen? Kann man alles machen. Und man kann auch schamlos die Schwerelosigkeit nach dem langen Lauf genießen.

3. Frühaufsteher: Früher undenkbar, doch seit Sie Läuferin sind, genießen Sie immer häufiger Sonnenaufgänge, Frühnebel und Vogelzwitschern.

2. Spekulation: Natürlich kann man einfach mal Glück haben. Doch Ihr Verhältnis zum Investieren wandelt sich im Laufe Ihres Trainings zusehends zu einem „du bekommst das zurück, was du reinsteckst“. Das ist zwar mit etwas Arbeit und Geduld verbunden, aber deswegen noch lange nicht erfolglos.

1. Werbung: Konsumbedürfnisse wecken funktioniert bei Läufern zunehmend schlecht (Laufklamotten mal ausgenommen). Das fängt an mit „Sponsored Links“ auf sozialen Internet-Seiten à la „Nett Madchn will kennen dir“, geht über Penisverlängerungen (10 Meter in 10 Tagen) bis hin zu Kaffeekapseln (10 Stück für 10 Euro).

Mehr von Tom alias Marvin Running zwischen zwei (realen oder virtuellen) Buchdeckeln.

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