Dieter Baumann

Kippt die Deutsche Bahn die Olympiabewerbung?

Statt lange Läufe zu genießen, fuhr Dieter Baumann lange mit der Deutschen Bahn.

Lauf der Woche mit Dieter Baumann

Die Deutsche Bahn – einmal ganz sportlich beim Firmenlauf 2010 im Olympiastadion in München.

Bild: Josef Rüter

Lauf der Woche
Freitag, 14. Januar 2011
Zwischen Hannover und Tübingen
6 Stunden Zugfahrt – lang und entspannt


Die vergangene Woche tilge ich aus meinem Trainingstagebuch. Kaum ein Laufschritt war möglich. Nur drei Mal 40 Minuten. Was ist denn das? Ich verbrachte viel Zeit im Zug. Die Deutsche Bahn funktionierte – einigermaßen.

Ich meine, als Bahnkunde bin ich schon froh, wenn unter Einrechnung von zwei Stunden Pufferzeit die Fahrpläne gehalten werden. Und dies war so in der vergangenen Woche.

Diese Woche gab die Bewerbungsgesellschaft der Winterspiele 2018 in Garmisch bekannt, dass die Deutsche Bahn als Nationaler Förderer gewonnen werden konnte. Und Bahnchef Grube legte Wert darauf, dass es nicht um Geld ginge, sondern um das Know-how der Bahn in Sachen Transport. Das, lieber Herr Grube, halte ich - vorsichtig ausgedrückt - für übertrieben. Ich erinnere nur an die vergangenen Wochen. Sagen Sie doch einfach: Wir zahlen und erhalten eine Werbeplattform – dann ist es wenigstens ehrlich.

Umweltfreundlich und bequem sollen die Zuschauer zwischen München und Garmisch pendeln. Bequem ist es bestimmt, aber zum Start der Biathlonstaffel wollen die Leute auch pünktlich sein. Das IOC legt großen Wert auf Bewerbungskonzepte und wahrscheinlich garantiert Garmisch mit der Deutschen Bahn einen reibungslosen Ablauf.

Da bleibt nur die Hoffnung, dass das IOC nicht so genau hinschaut, ansonsten schafft der Nationale Förderer Deutsche Bahn das, was 59 Bauern aus Garmisch nie und nimmer schaffen können: Die Bewerbung zu Fall zu bringen. Oder geht es doch nur um Geld?

Dieter Baumann: Lauf der Woche:

Beitragsfreiheit für Läufer!