Nach Comeback auf der Straße

Kenenisa Bekele plant Marathon

Nach jahrelangen Verletzungsproblemen dürfte die Zukunft von Kenenisa Bekele nun im Marathon liegen. Denkbar ist, dass er im kommenden April in London startet.

Kenenisa Bekele

Kenenisa Bekeles Zukunft liegt nicht mehr auf der Bahn sondern auf der Straße.

Bild: photorun.net

Kenenisa Bekele hat sich beim Great North Run in Newcastle eindrucksvoll zurückgemeldet. Der Äthiopier entschied am Sonntag das Aufeinandertreffen der drei Langstrecken-Giganten – neben ihm waren sein Landsmann Haile Gebrselassie und der britische Doppel-Olympiasieger und -Weltmeister Mo Farah am Start – für sich und wirkte dabei fast so stark wie in besten Zeiten. Bei seinem Halbmarathon-Debüt erreichte der zweifache 10.000-m-Olympiasieger gute 60:09 Minuten, wobei die Zeit an diesem Tag sekundär war. Damit hat der 31-jährige 5.000- und 10.000-m-Weltrekordler gezeigt, dass mit ihm auf der Straße zu rechnen ist. Nach jahrelangen Verletzungsproblemen dürfte die Zukunft von Kenenisa Bekele nun im Marathon liegen.

Wie jüngst Mo Farah war Kenenisa Bekele 2008 und 2009 ein doppelter Doppelsieg gelungen – er triumphierte zunächst bei Olympia und dann bei der WM sowohl über 5.000 als auch über 10.000 m. Doch in den folgenden Jahren warfen den Äthiopier immer wieder Verletzungen zurück. Kenenisa Bekele war weit entfernt von seiner Bestform. Im WM-Finale 2011 stieg er in seinem ersten Rennen nach gut eineinhalb Jahren Pause über 10.000 m aus, ein Jahr später wurde er bei Olympia Vierter, und für die WM in Moskau im vergangenen Monat nominierten ihn Äthiopiens Funktionäre nur noch als Ersatzläufer. „Seitdem“, sagt sein holländischer Manager Jos Hermens, „hat sich Kenenisa auf den Halbmarathon vorbereitet.“

„Es war ein erstaunliches Rennen für mich. Ich war Ewigkeiten verletzt – insgesamt hatte ich über drei Jahre lang Probleme. Aber ich habe mich vollständig erholt und konnte zuletzt gut trainieren“, erzählte Kenenisa Bekele, der 2008 bei seinem ersten ernsthaften Straßenrennen über 15 km im holländischen Nijmegen die falschen Schuhe gewählt hatte und sich dann verletzte. In der Zwischenzeit hat er ein paar Erfahrungen auf der Straße gesammelt, allerdings noch nicht über längere Distanzen. Umso erstaunlicher war, dass Kenenisa Bekele beim Great North Run mitten im Rennen gegen Haile Gebrselassie und Mo Farah taktische Raffinesse zeigte. Er ließ sich absichtlich etwas zurückfallen, um die anderen zu irritieren.

Neben den Verletzungsproblemen hat Kenenisa Bekele in den letzten Monaten auch eine zweite „Baustelle“ beseitigt. Beim Bau seines Hotels in Addis Abeba hatte es Schwierigkeiten gegeben. Mit rund einem Jahr Verspätung konnte das Vier-Sterne-Haus inzwischen fertiggestellt werden. So hofft Kenenisa Bekele, dass er künftig wieder mehr Zeit für das Laufen haben wird. Die wird er auch benötigen, wenn er sich auf sein Marathondebüt im nächsten Jahr vorbereitet. Denkbar ist, dass er im kommenden April in London startet. Die Veranstalter des Rennens meldeten sich schon unmittelbar nach Bekeles Zieleinlauf bei Jos Hermens. An der Themse käme es dann zu einem neuen Aufeinandertreffen mit Mo Farah.

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