Toms Top Ten

Keine Läufer in die Politik

Deutlich zeigt die aktuelle Presse: Ein ambitionierter Läufer ist für politische Spitzenämter komplett unqualifiziert. Toms Top Ten:

Marvin Running – Keine Läufer in die Politik

Hier werden Sie es als Läufer schwer haben. Warum? Toms Top Ten gibt Aufschluss.

Bild: berlin-pics / pixelio.de

Sie sind eingefleischter Läufer? Sie wollen ein hohes politisches Amt bekleiden? So wie ich die Sache sehe, haben Sie kaum eine Chance. Denn der staatliche Repräsentant ist dem Läufer in vielerlei Hinsicht voraus. Hier sind die wesentlichen Gründe dafür.

Platz 10: Welch eine Verschwendung von Lebenszeit, sich mit anderen Läufern zu treffen und Marathon-Bestzeiten zu minimieren! Wie viel vernünftiger ist es doch, wirkliche Freunde zu treffen und Kreditzinsen zu minimieren.

Platz 9: Der Läufer hat auf die harte Tour gelernt, ehrlich mit sich und anderen zu sein. Darauf bildet er sich auch noch etwas ein! Der Spitzenpolitiker hat sich längst von solch hinderlichem Ballast befreit.

Platz 8: Der Läufer muss für seine Urlaube einen großen Stapel Reiseprospekte wälzen. Dem Spitzenpolitiker genügt dafür ein kleiner Stapel Visitenkarten.

Platz 7: Der Läufer käme gar nicht erst auf die Idee, in der Chefredaktion von Runner's World anzurufen, um die Berichterstattung über ein Müeslirezept zu verhindern. Der Spitzenpolitiker dagegen beweist seine mediale Schlagkraft beim Mailboxing und nutzt diplomatisch geschickt seine Einflussmöglichkeiten.

Platz 6: Der Läufer erzählt anderen von Problemen, die ihn selbst betreffen ("ich habe eine Zerrung in der Wade und kann nicht laufen"). Das ist erwiesenermaßen kommunikativ ineffizient. Der Politiker dagegen erzählt anderen von Problemen, die ihn nicht betreffen ("wir müssen etwas gegen die Schuldenkrise tun"). So wirkt es, als hätte er sie bereits gelöst. Hat er ja auch. Für sich.

Platz 5: Der Läufer erlernt durch seinen Sport ein Maß an Demut, das ihn bei der Ausübung eines hohen politischen Amtes schlicht behindern würde.

Platz 4: Wenn ein Läufer eine schlechte Zeit beim Marathon läuft, steht dazu und macht es beim nächsten Mal besser. Wie dumm! Nur ein Spitzenpolitiker hätte das Format, sofort beim Veranstalter anzurufen, damit das Ergebnis mindestens verschwiegen, besser noch geschönt wird.

Platz 3: Wenn ein Läufer einen Sponsor findet, ist er so tölpelhaft, dies öffentlich und stolz zu zeigen. Der Spitzenpolitiker dagegen übt souverän die weltmännische Zurückhaltung. Oder haben Sie schon einmal gesehen, dass er sich die Logos seiner Geldgeber ans Revers heften würde?

Platz 2: Der Läufer weiß: Die Stoppuhr ist unbestechlich. Diese Erkenntnis erzeugt bei ihm verwirrte Moralvorstellungen, nach denen Unbestechlichkeit eine Tugend sei. Ha! Wie old school. Der Spitzenpolitiker dagegen genießt es ganz präsidial, wenn kleine Aufmerksamkeiten die körpereigenen Lustzentren in angenehme Schwingung versetzen.

Platz 1: Ein Läufer weiß, wann es Zeit für einen Rücktritt ist: Lange bevor man in seiner Leistungsklasse zur Karikatur wird. Der Spitzenpolitiker ist in der Lage, solche problemorientierten Empfindungen vollkommen zu ignorieren.

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