Marvin Running

Jetzt schon der Kleinste

Die Hoffnung schwindet für Schweinehund Marvin. Jetzt fängt auch der kleinste Sohn von Herrchen mit dem Laufen an.

Levi läuft

Levi scheint das Laufen zu gefallen. Marvin kann's nicht nachvollziehen: Liegenbleiben und sich umsorgen lassen ist doch viel schöner.

Bild: Marvin Running

Herrchen steht in der Küche und bereitet seinen Wochenvorrat Müsli zu. Er rührt verschiedene Getreideflocken, Nüsse, Aprikosen, Kokosflocken, Sesamkörner und Sonnenblumenkerne in eine Pfanne, in der er vorher Honig, Olivenöl und etwas Vanille- und Rohrzucker erwärmt hat.

Kind Nr. 4, Levi, probt ein paar Schritte entfernt die aufrechte Körperhaltung. Es sind drei Tage vor seinem ersten Geburtstag. Stehen kann er schon allein, aber mit dem Gehen hapert es noch.

Während Herrchen in der Pfanne herumrührt, krallen sich plötzlich Kinderhände in seine Hose, auf Oberschenkelhöhe. „Levi?“, fragt er. „Wie bist du denn hierhergekommen?“

Direkt auf Schenkelhöhe hat Levi noch nie zugepackt. Normalerweise nähert er sich auf allen Vieren und seine Hände krabbeln das Bein empor. Jetzt nicht. Es gibt nur eine Möglichkeit: „Er muss gelaufen sein!“, ruft Herrchen.

Kirsten kommt, und beide stellen Levi einige Schritte entfernt auf den Boden. Und dann passiert es: Der Kleine stakst einen steifbeinigen Schritt in Richtung seiner Eltern. Dabei lacht er. Mama und Papa klatschen stolz. Sofort klatscht auch Levi und lacht dazu. Die Freude strahlt ihm aus allen Poren.

„Oh!“, seufze ich. „Damit hätte er sich doch ruhig noch Zeit lassen können. Das muss er doch nicht tun, oder. Warum nicht einfach noch ein wenig herumliegen und sich umsorgen lassen?“

Herrchen platzt vor Stolz. „Menschen laufen, Marvin. Es ist der Beginn einer neuen Zeit. Neuer Möglichkeiten, neuer Freuden. Wir sind dafür bestimmt zu laufen. Und das ist einfach toll.“

Auf welche schauderhaften Ideen wird Levi wohl irgendwann kommen? Fangen spielen, Fußball, Leichtathletik – von da aus ist es bis zum ersten Marathon doch nur noch ein kleiner Schritt. Ich entgegne: „Wir sind mindestens genauso dafür bestimmt, wohlig umsorgt in der Nähe einer Nuckelbrust herumzuliegen und es uns gutgehen zu lassen. Nun hat all das für Levi ein Ende!“

„Ach Quatsch. Siehst du nicht: Er will laufen. Etwas in ihm treibt ihn an. Genau diese Bequemlichkeit zu verlassen und ein neues Abenteuer zu beginnen!“

„Und du glaubst, das sei gut?“, frage ich.

„Yo“, sagt er. „Und wie.“

Seufz.

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