Lauftalent

Jana Sussmann will nach London

Nach der Silbermedaille bei der U23-WM lockt Olympia. Die 21-jährige Langstreckenläuferin Jana Sussmann über ihre Ziele und die Freude am Laufen.

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Freut sich schon auf Olympia 2012 - egal, ob als Zuschauerin oder Teilnehmerin: Jana Sussmann.

Bild: Veronika Faustmann

Deutsche Meisterin 2011 im 3.000-Meter-Hindernislauf und Silbermedaille bei der U23-Weltmeisterschaft: Die angehende Bankkauffrau Jana Sussmann zählt zu den deutschen Top-Athletinnen.

Sie gehören ja zu den „jungen Wilden“ des deutschen Langstreckenlaufs. Mal ehrlich, ist Ihnen eigentlich nichts Besseres eingefallen als zu laufen?
Ich habe viel ausprobiert, aber Laufen hat mir am meisten Spaß gemacht. Obwohl ich nicht von Beginn an besonders gut darin war. Als sich dann aber irgendwann doch erste Erfolge einstellten, wurde es zu einem Selbstgänger. Und dann bin ich dabei geblieben.

Aber es gibt doch viel coolere Sport­arten. Was sagen denn die Freundinnen und Freunde dazu, dass Sie immer nur rennen?
Wer schon mal gelaufen ist, weiß doch, wie toll das Gefühl ist. Klar, Mannschaftssportarten wie Volleyball oder Hand­ball sind auch schön, vielleicht auch cooler, aber so ein Lauf am Sonntagmorgen, wenn nur wenige Menschen unterwegs sind, bei klarer Luft, in einer tollen Umgebung, das ist etwas Einzigar­tiges. Und dann das Gefühl danach, wenn man spürt, was man geleistet hat ... Das gibt es in keiner anderen Sportart.

Nach den Erfolgen 2011 wird das große Ziel in diesem Jahr vermutlich die Teilnahme an den Olympischen Spielen in London sein?
Klare Antwort: Ja!

Müssen Sie für dieses Ziel auf vieles verzichten?
Ich mache derzeit eine zweijährige Ausbildung bei der Hamburger Sparkasse, in einer Zweigstelle in Winsen, der Schulunterricht ist aber in Hamburg. Um mich ausreichend auf London vorbereiten zu können, werde ich die Ausbildung wohl etwas verlängern. Mal abwarten, wie sich die Saison entwickelt. Aber auch sonst muss man natürlich auf einige Dinge ­verzichten, wenn man Leistungssport treibt: einen schönen, langen Urlaub ganz weit weg zum Beispiel. Aber das macht man ja gerne.

Was müssen Sie denn schaffen, um sich für London zu quali­fizieren?
Ich muss einmal 9:39,00 Minuten über die 3.000 Meter Hin­dernis unterbieten. Das ist ja nicht unrealistisch, wenn man bedenkt, dass meine Bestzeit bei 9:43,28 Minuten steht.

Das hört sich allerdings machbar an!
In diesem Jahr finden vor den Olympischen Spielen allerdings noch die Europameister­schaf­ten in Helsinki statt. Da steht die Norm bei 9:45,00 Minuten, die bin ich ja sogar schon mal gelaufen, dort teil­zu­nehmen ist auf jeden Fall zunächst das erklärte Ziel für die Saison.

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