Interview

Jana Sussmann über Urlaub und Training

Jana Sussmann verrät Runner's World ihre Urlaubspläne und Träume. Auch wenn sie viel Zeit im Traininslager verbringt, ein bisschen wie Urlaub ist es trotzdem.

Wie sieht es mit Urlaub aus – planst du in diesem Jahr etwas Besonderes?

Jana Sussmann: (Seufzt) Ach, mit Urlaub ist das leider ­immer so eine Sache, vor allem, weil man nicht weiß, wie lange die Saison für einen wirklich dauert. Je nachdem, welche Ziele man erreicht, kann sich die Saison auch schon mal bis September hinziehen. Komplett trainingsfreie Wochen lassen sich da schlecht kalkulieren. Oft muss ich dann auch noch ins Trainingslager. Das ist ja immerhin ein bisschen wie Urlaub, zumindest kommt man mal in die Sonne oder ins Ausland. Dieses Jahr würde ich gern noch mal nach Schweden fahren. Nach der Saison und vor meinem Studium sind bisher noch ein paar Wochen frei. Ich liebe Schweden. Bislang war ich nur in Stockholm, aber mein Traum ist es, mal in einem roten Schwedenhaus im Wald an einem See Urlaub zu machen, so wie man es aus Büchern kennt.

Du wirst jetzt von Beate Conrad trainiert, der Landestrainerin des Hamburger Leichtathletik-Verbands. Was ist anders im Vergleich zu der Arbeit mit deinem ­früheren Coach André Prüßmann?

Jana Sussmann: Für mich gar nicht so viel, weil André eine ähnliche Philosophie hatte wie Beate. Das Training ist sogar noch etwas ruhiger geworden. Ich habe vorher etwas zu inten­siv trainiert. Manchmal ist weniger eben mehr. Außerdem trainiere ich jetzt gemeinsam mit den Zwillingen Diana und Elina Sujew. Vorher hatte ich leider lange Zeit keine Trainingsgruppe, und ­allein laufen ist einfach blöd. Auch wenn Diana und Elina 1.500 Meter und ich 3.000 Meter Hindernis laufe, können wir die Dauerläufe gemeinsam machen.

Gesundheitlich fühlst du dich jetzt aber wieder so richtig fit?

Jana Sussmann: Ja, total! Ich hatte 2012 einfach kein ­gutes Jahr zu fassen. Mit den Atemproblemen bei den Tempoläufen konnte ich nicht gut trainieren. Mittlerweile kann ich sie wieder ohne Probleme laufen und fühle mich wieder richtig gut.

Schauen wir nach vorn: Im August sind die Weltmeisterschaften in Moskau. Bist du da noch ganz entspannt?

Jana Sussmann: Nach meinem letzten Jahr möchte ich jetzt erst mal an meine alte Zeit rankommen, ein gutes, schnelles Rennen laufen und mich vor allem dabei gut fühlen. Dann ist die WM-Norm auch nicht mehr so weit weg. Mitgenommen werden ma­ximal drei Leute, und es gibt vier andere, die die Norm schaffen. Deshalb ist es natür­lich schwer. Zurzeit ist eine WM-Teilnahme mein Wunsch, aber von Haupt­ziel möchte ich noch nicht sprechen.

Du hast gesagt, für dich ist es erst einmal wichtiger, schnell zu laufen und dich gut zu fühlen, als konkrete Zeiten abzuspulen. Was heißt das genau?

Jana Sussmann: Alle guten Wettkämpfe, die ich dieses Jahr bisher hatte, waren zwar so schnell wie nie, aber trotzdem habe ich mich ­danach nicht kaputt gefühlt. Ich will auch nicht sagen, dass ich ohne Anstrengung gelaufen bin, aber eben mit einem guten Gefühl. Das hatte ich letztes Jahr einfach gar nicht, und ich bin ja auch nur wenige Wettkämpfe gelaufen. Nun muss ich erst mal das erste Hindernisrennen laufen. Erst dann kann ich sagen, welche Ziele ich in dieser Saison verfolge.

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Das Lauftalent will zur Weltmeisterschaft