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Innerer Schweinehund: Die vier Grundtypen

Mit Schweinehunden kenne ich mich aus. Die vier Grundtypen sind: Der Sonnenkönig, der Manisch-Depressive, der Kugelfisch und der Frustrierte.

Chihuahua

Schweinehunde können vielfältig sein. Was haben Sie für einen?

Bild: Carmen Schwarz / pixelio.de

Frauen, Männer, groß, klein, alle kennen, haben, lieben und hassen ihn: Den Inneren Schweinehund. Vier Grundtypen lassen sich dabei unterscheiden. In welche der folgenden Kategorien würden Sie Ihr eigenes Schweineschnuffelchen einsortieren?

Der Sonnenkönig: Beherrscht den Körper absolutistisch wie Louis XIV. Nach dem Motto „L’éclair, c’est à moi“ ("Das ist mein Moment") frisst, säuft und raucht er sich durchs Leben. Sein sonniges Gemüt scheint seinem Herrchen aus allen großporigen Hautrötungen. Surft gerne auf Insulinausschüttungen. Zaghafte Versuche sportlicher Betätigung werden mit Teeren und Kalken drakonisch im Keim erstickt.

Der Manisch-Depressive: Ist meistens der Chef im Hüftring und kann das Lebendgewicht seines Herrchens erfolgreich in der Nähe bekannter deutscher Notrufnummern einpendeln. Aber manchmal schlittert er unverhofft in die Depressionsphase. Dann passieren so Sachen wie mit Joschka Fischer: Sein Herrchen gewinnt die Oberhand und unternimmt allerhand Flausen, die er in der Regel mit wortreichen Selbsterneuerungsphantasien ausschmückt. In der Depressionsphase werden 20 bis 40 Kilogramm kurz in die Wüste geschickt, um später geläutert zu Heim und Herd zurückzukehren.

Der Kugelfisch: Der Arme ist in der Regel recht klein und unbedeutend, kann sich aber bei gegebenen Anlässen zu unerwarteter Größe aufblähen. Er hat typischerweise eher schlanke, gesundheitsbewusste Frauchen, die in einer langen Clubnacht oder auf Weihnachtsfeiern plötzlich bös‘ das Party-Animal rauslassen. Ihre Verfehlungen kasteien die Frauchen mit Ashtanga-Yoga, bis Arsch und Tanga sich wieder versöhnt haben. Sympathisches Kerlchen.

Der Frustrierte: Hält sich vorwiegend in der Nähe der Gallenblase auf und kippt einen Magenbitter nach dem anderen. Sein Leben ist kein Zuckerschlecken: Tägliches Training, physiologisch austariertes Essen und ein Körperfettanteil wie Festgeldzinsen haben seinen Lebenswillen gebrochen. Sein Herrchen nimmt sich die Freiheit zu körperlichen Lustbarkeiten, die weit jenseits der Vorstellungskraft des Frustrierten liegen. Seine letzte Hoffnung: Gallensteine, damit er sich einen Weg in die eigene Freiheit kratzen kann.

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Bekenntnisse eines Schweinehunds:

Das Gel auf den Kopf getroffen