Baumanns Lauf der Woche

Helmut Digel ist qualifiziert für den GelbBauchUnkenOrden

Den GelbBauchUnkenOrden will Dieter Baumann verleihen. Er freut sich, dass mit dem ehemaligen DLV-Präsidenten Helmut Digel ein weiterer Anwärter für die Kategorie „Sportfunktionär“ aufgetaucht ist.

05082017 10.000 Meter Leichtathletik WM 2017 (1)

Sind die 10.000 m - hier der Endlauf in London mit dem Sieg von Mo Farah - nicht viel zu lang? Warum nicht nur 100 Meter?

Bild: photorun.net

Lauf der Woche
Donnerstag 10.08.2017
Tübingen/London
YellowBelliedToadAward-Dauerlauf


Ich melde mich vom Dauerlaufen heute mit großer Freude. Helmut Digel, der ehemalige DLV-Präsident und IAAF-Vizepräsident ist zurück. Mit einem Interview vor Beginn der Leichtathletik-WM in London. Und damit katapultiert er sich in den Kreis der Anwärter für den YellowBelliedToadAward (GelbBauchUnkenOrden) in der Kategorie „Sportfunktionär“. Grund genug also, ihm einen offenen Brief zu schreiben:

My dear old friend Helmut, ich freue mich sehr von Ihnen zu hören. Nach zwei Jahren endlich wieder ein Interview. Wo haben Sie nur gesteckt? Ach egal, endlich ist der kritische Geist der Leichtathletik, ach was, verzeihen Sie, des Weltsports (!) zurück. Gerade noch rechtzeitig haben Sie sich gemeldet, denn der Sport ist im Begriff den Bach runter zu gehen.

Und wie es Ihre Art ist, my dear old friend Helmut, haben sie sogleich Reformen angemahnt. Beispielsweise: „Muss man mit so hohen Teilnehmerzahlen arbeiten?“, fragten Sie.

Natürlich nicht. Sinnlose Reisekosten für Athleten, die im Vorlauf rausfliegen. Da haben Sie vollkommen Recht. Wer braucht denn so was? Das ist für die IAAF viel zu teuer. Deshalb die Normen rauf und das gesparte Geld wird an die Funktionäre ausgeschüttet. Gut so.

Oder: „Auf jeden Fall die Dauer. Der Zuschauer ist nicht mehr bereit, fünf Stunden für eine Leichtathletik-Abendveranstaltung im Stadion zu verweilen.“, sagten Sie.

My dear old friend Helmut, ich bin froh, Sie wieder zurück zu wissen, denn nur Sie wissen, was der Zuschauer wirklich möchte. Warum nicht nur 100 Meter? Eine Stunde Bolt. Reicht.

„Ein Weitsprung, bei dem von 60 Versuchen 40 ungültig sind, ist kein spannender Wettkampf.“, sagten Sie. Wie Recht Sie haben. Da kommt man vom VIP-Bereich rausgeschlappt, in Hektik noch den Champagner auf die Hose geschüttet und dann übertritt der blöde Kerl. Langeweile pur ist das. Ich würde sagen, die Athleten haben nur einen Versuch, können springen, von wo sie wollen. Anlaufen, springen, messen. Fertig ist die Laube.

„Die Dauer der Stabhochsprung-Wettbewerbe ist zum Beispiel viel zu lang. Jeder Athlet sollte zukünftig nur noch fünf Sprünge machen dürfen. Setzt ein Athlet die Latte zu hoch, ist das Risiko, auszuscheiden, groß.“, sagten Sie.

Ausscheiden! Genau! Darum muss es gehen. Warum eigentlich fünf Versuche? Jeder Athlet hat nur einen Versuch. Er oder Sie muss die Höhe vorher festlegen. Da ist der Wettbewerb rum, ohne dass er richtig angefangen hat. Perfekt.

Und woran scheitern die Reformen?

„Kreative Ideen gibt es, leider werden sie in ihrer Umsetzung sowohl von konservativen Funktionären und teilweise von Athleten verhindert.“, sagten Sie.

Also wirklich my dear old friend Helmut, konservative Funktionäre? Hat es die je gegeben? Da muss es doch Möglichkeiten geben. Haben die kein Konto in Monaco? Bleiben die Athleten. Ein wirklich lästiges Pack. Die wollen wirklich noch Sport treiben? Unerhört ist das.

Apropos Sport, my dear old friend Helmut. Im Dezember gibt es zum ersten Mal die Vergabe des YellowBelliedToadAward (GelbBauchUnkenOrden) in der Kategorie „Sportfunktionär“. Ich freue mich, dass Sie sich mit der Aussage in Ihrem Interview ansatzlos zu einem ernsthaften Konkurrent für Thomas Bach gemausert haben. Bei der Frage ging es um Korruption innerhalb der IAAF, gekaufte positive Proben, Erpressung von Athleten, usw. Sie sagten: „Ich kann versichern, dass bei keiner IAAF-Councilsitzung, bei der ich anwesend war, diese Dinge zur Sprache gekommen sind.“

Das ist wirklich gut, my dear old friend Helmut. Ein Brüller, wie man in der Kabarettszene sagt. Nur eine Frage wurde nicht gestellt: das mit den Euro 3.000,-, die Sie laut SZ vom Ehrenpräsident Diack erhalten haben. Ist ja nicht schlimm, wenn man noch was nebenbei verdienen kann. Zusatzfrage: War es monatlich, jährlich oder einmalig? Und für welche Leistung?

Ich freue mich auf Ihre Antwort, my dear old friend Helmut und verbleibe bis zur Verleihung des YellowBelliedToadAward (GelbBauchUnkenOrdens) aufs herzlichste, Ihr ewig verbundener dear old friend Dieter.

Dieter Baumann, die Götter und Olympia

Bild: privat

Dieter Baumann, die Götter und Olympia – Termine 2017

• 7. Oktober / Dieter Baumann, die Götter und Olympia / Oberstenfeld / Stiftskeller / 20:00 Uhr

• 13. Oktober 2017 / Dieter Baumann, die Götter und Olympia / Salem / Gemeindesaal Prinz Max / 19:30 Uhr

• 14. Oktober 2017 /Dieter Baumann, die Götter und Olympia / Kieselbronn / Festhalle / 19:30 Uhr

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