Dieter Baumann

Heiße Kilometer am Morgen

Die Sommerhitze zwingt Dieter Baumann zu ungewöhnlichen Praktiken: morgens laufen.

Dieter Baumann

An heißen Tagen ist Dieter Baumann auch morgens in Tübingen anzutreffen.

Bild: Privat

Lauf der Woche
Samstag, 03. Juli 2010
Tübingen
5 Kilometer lockerer Dauerlauf


Die Hitze hat uns im Griff. Nicht nur, wenn es um Fußballspielen oder um Public Viewing geht. Was ja irgendwie zusammenhängt, wegen der Anstrengung, den Nerven und überhaupt. Gut, dass wir Läuferinnen und Läufer zum Stressabbau laufen können. Am vergangenen Samstag ging ich raus. Nicht wie immer, sondern sehr früh, wegen der Hitze und wegen Argentinien. 9:00 Uhr: Start zum Dauerlauf. (Ja, das ist früh.)

Schon nach zwei Minuten war mir klar: es ist zu heiß für einen langen Dauerlauf. Ich trabte den Neckar entlang – die Sonne stach mir ins Genick, keine kühle Morgenluft und die Mücken schwirrten in der warmen Luft schon auf Augenhöhe. Ein wenig erinnerte mich die Stimmung an Italien.

Vor drei Jahren wollte ich in meinem Sommerurlaub einen Marathon vorbereiten. Wie ich auf diese Idee kam, weiß ich nicht mehr, doch es war eine schlechte Idee. Für die langen Läufe mühte ich mich damals früh aus dem Bett (8:00 Uhr!!) und lief in einem Pinienwald in Richtung Meer. Die Sonne stach mir ins Genick, keine kühle Morgenluft und die Mücken – ja, sie wissen schon, Augenhöhe. Am Meer hatten sich schon viele Fischer eingefunden. Sie hielten sich an ihren Angeln fest oder wateten durch hüfthohe Wellen und zogen Körbe hinter sich her. Es war ein ständiges Kommen und Gehen. Netze wurden gebracht, Eimer wegtransportiert. Fasziniert vom frühen Treiben am Strand vergaß ich die Sonne, das Genick und die Mücken. Ich lief den Strand entlang – immer locker leicht – und im Nu waren zwei Stunden rum.

Am vergangenen Samstag hingegen war kein einziger Fischer am Neckar. Keiner watete durch hüfthohes Wasser, keine Körbe und Eimer, kein Kommen und Gehen. Nur Mücken, Sonne und Genick. Nach 5 Kilometern entschied ich: das war’s. Es ist zu heiß und bestimmt sind die Ozonwerte mitsamt dem Feinstaub zu hoch. Wahrscheinlich ist auch irgendwo noch die Vulkanasche. Vernünftigerweise also bog ich ab und trabe mit dem guten Gefühl nach Hause, mich ein wenig bewegt zu haben und ganz wichtig: vor dem Spiel prophylaktisch Stressabbau betrieben zu haben. Allein deshalb war es der Lauf der Woche.

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