Drastische Schritte gefordert

Haile Gebrselassie für lebenslange Dopingsperren

Haile Gebrselassie fordert drastische Schritte gegen Doping: "Das Problem ist, dass die Strafen nicht hart genug sind."

Haile Gebrselassie fordert drastische Schritte im Kampf gegen Doping.

Haile Gebrselassie fordert drastische Schritte gegen Doping.

Bild: photorun.net

Haile Gebrselassie hat sich für lebenslange Sperren gegen Athleten ausgesprochen, die des Dopings überführt wurden. Dies erklärte die äthiopische Langstrecken-Legende gegenüber der arabischen Zeitung „Gulf News“. Die Anzahl der kenianischen Langstreckenläufer, die in den letzten Jahren positiv getestet wurden – darunter zuletzt vor allen die Siegerin des Chicago-Marathons 2014, Rita Jeptoo – und das ständige Gerede über Doping in Kenia empfinde er als schmerzhaft. In den letzten Monaten häuften sich zudem die Fälle von positiv getesteten russischen Athleten.

„Das Problem“, erklärte Haile Gebrselassie gegenüber der Zeitung, „ist, dass die Strafen nicht hart genug sind. Die Athleten denken, okay, ich werde zwei oder vier Jahre gesperrt und dann komme ich zurück – ich denke, es wäre besser, sie mit einer lebenslangen Sperre zu bestrafen.“ Der 41-jährige frühere Marathon-Weltrekordler und 10.000-m-Olympiasieger kann nicht nachvollziehen, warum Athleten zu Dopingmitteln greifen. „Ich verstehe nicht, warum sie das nur wegen des Geldes machen. Geld ist nicht alles, worauf es im Sport ankommt. Zuerst kommt der Sport selbst. Das wichtigste ist jetzt, dass der Sport gesäubert wird – die Welt-Anti-Doping Agentur WADA muss hart daran arbeiten.“

Gebrselassie fordert zudem die Entwicklung anderer, viel schnellerer Testmethoden. „Wenn jemand den Sieg geklaut hat und nach drei Monaten wird er bestraft, dann macht das keinen Sinn. Das wichtigste, die Ehrenrunde vor Millionen von Zuschauern, ist längst Vergangenheit. Dieses Gefühl wurde (den sauberen Athleten, d. Red.) gestohlen.“ Gebrselassie fordert Testmethoden zu entwickeln, die sofort Ergebnisse zeigen können und im Rahmen der Veranstaltung angewendet werden können.

Gebrselassie sagte gegenüber „Gulf News“ auch, dass die Gesellschaft eine Rolle beim Kampf gegen Doping spielen kann. „Wenn du in Äthiopien des Dopings überführt würdest und die Menschen das mitbekommen, ist es besser zu sterben. Wenn ich ein solcher Fall gewesen wäre, hätte ich meinen Landsleuten nicht mehr in die Augen sehen können. Es wäre besser für mich gewesen, das Land zu verlassen.“

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