Herausragende Marathonläufer

Florence Kiplagat: Im zweiten Anlauf in die Weltspitze

Florence Kiplagat schaffte im zweiten Anlauf den Sprung in die Weltspitze. Ein Porträt der 24-jährigen Kenianerin.

Florence Kiplagat

Florence Kiplagat auf dem Weg zum Sieg beim Berlin-Marathon.

Bild: photorun.net

Sie sind das schnellste Marathon laufende Ehepaar aller Zeiten: Florence Kiplagat und Moses Mosop. Die beiden Kenianer weisen zusammengerechnet eine Bestzeit von erstaunlichen 4:22:50 Stunden auf. Moses Mosop war im April 2011 in Boston als Zweiter bei seinem Debüt 2:03:06 gelaufen, seine Frau zog Ende September in Berlin im zweiten Versuch nach. Nachdem sie in Boston im Frühjahr aufgegeben hatte, lief sie nun in 2:19:44 zum Sieg.

Mit ihrer Zeit vom Berlin-Marathon wurde die erst 24-jährige Florence Kiplagat zum damaligen Zeitpunkt zur neuntschnellsten Läuferin aller Zeiten über die 42,195 km. In der Liste der schnellsten Ergebnisse aller Zeiten hatte sie sich auf Rang 13 einsortiert. „Natürlich würde ich mich freuen, wenn ich die Chance bekäme, bei Olympischen Spielen im Marathon zu starten“, erklärte Florence Kiplagat, die über eine hochklassige Grundschnelligkeit verfügt: Über 5.000 m steht ihre Bestzeit bei 14:40,14 Minuten und über die 10.000-m-Distanz ist sie mit 30:11,53 Minuten sogar Kenias Rekordhalterin. Bei den Weltmeisterschaften in Berlin 2009 startete sie über 10.000 m. Jedoch behinderte sie ein Oberschenkelproblem, so dass lediglich Rang zwölf heraussprang. Für ihr Land hat sie aber trotzdem bereits zweimal große Goldmedaillen gewonnen: 2009 wurde Florence Kiplagat Crosslauf-Weltmeisterin, ein Jahr später gewann Florence Kiplagat dann im chinesischen Nanning bei den Halbmarathon-Weltmeisterschaften den Titel.

Gespannt wartete man dann im April 2011 auf ersten Marathon von Florence Kiplagat, die gemeinsam mit Moses Mosop eine dreijährige Tochter hat. „Meine Tochter hat mir neue Energie für das Laufen gegeben“, erzählte die Kenianerin, die in Ngog, nördlich von Nairobi, lebt. Doch die schwere, hügelige Strecke von Boston bietet sicher nicht den besten Parcours für ein Debüt. Nach 1:11:42 Stunden beziehungsweise 1:42:59 an der Halbmarathonmarke und dem 30-km-Punkt stieg sie vorzeitig aus. Ihr Mann dagegen stürmte in Boston nur vier Sekunden hinter Geoffrey Mutai (Kenia) zum schnellsten Marathon-Debüt aller Zeiten. Aufgrund der insgesamt abfallenden Strecke (139 m) und des Punkt-zu-Punkt-Kurses erfüllt Boston nicht die Kriterien, die für offizielle Weltrekorde nötig sind.

Trotz ihres Ausstiegs in Boston war Florence Kiplagat zuversichtlich vor dem Berlin-Marathon. „Ich hatte sehr gut trainiert“, erklärte die Kenianerin, die ebenso wie ihr Mann vom Italiener Renato Canova betreut wird und deren Manager Jos Hermens ist. „Die Wärme in Berlin hat mich nicht gestört, denn ich bin es gewöhnt, bei hohen Temperaturen von etwa 29 Grad Celsius zu trainieren.“

„Als ich in Berlin die 30-km-Marke erreichte (kurz danach hatte sie in Boston aufgegeben, d. Red.), habe ich einen Moment die Augen geschlossen. Aber ein Ausstieg war natürlich dieses Mal nie ein Thema. Die Strecke in Berlin ist ja auch ganz anders, vor allem durchgehend flach“, erklärte Florence Kiplagat, die jedoch nicht damit gerechnet hatte, dass sie die 2:20-Stunden-Marke unterbieten könnte.

Die Zukunft von Florence Kiplagat liegt nun sicher wesentlich stärker auf der Straße als auf der Bahn. Eines wird sie allerdings so schnell nicht mehr machen: gemeinsam mit ihrem Mann Moses Mosop bei einem Marathon an den Start gehen. „Wir können uns gegenseitig besser motivieren, wenn wir nicht im selben Rennen sind“, erklärte Florence Kiplagat, deren Mann im vergangenen September nicht mit nach Berlin gereist war. Er startete stattdessen im Oktober beim Chicago-Marathon und gewann.

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