Marvin Running

Fighten für die Figur

Was tut Herrchen nicht alles für die Fitness: Die Fight Class ist ein Intervalltraining der durchschlagenden Art.

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Fäuste fliegen lassen für die Figur.

Bild: siepmanH / pixelio.de

Der Ort: Ein Wellness-Tempel namens MeridianSpa City in Hamburg. Der Cast: Neun Männer, eine Frau. Die Hauptrolle: Frank, der Trainer. Der Titel: Fight Class. Die Handlung: Eine Stunde lang Fäuste und Füße fliegen lassen.

„Au Backe“, sage ich, als ich sehe, wie sich hier alle die Hände bandagieren. Wir haben natürlich weder Bandagen noch Boxhandschuhe dabei. „Egal“, meint Frank, wir können seine Boxhandschuhe mitbenutzen. Natürlich nur, während er sie nicht trägt.

Zum Aufwärmen gehen wir typische Schläge mehrmals durch. Frank macht es vor, wir nach: Führhand, Schlaghand, Seitwärtshaken, Aufwärtshaken, dazu tänzeln wir mit den Füßen.

Frank korrigiert uns: „Aus der Deckung! Und dann: Bam-bam!“

Bei den seitlichen Kicks murmelt Herrchen: „Warum wirkt das so einfach bei ihm? Und bei uns gar nicht?“ Im Gegensatz zu Frank, diesem Fred Astaire der Kickbox-Szene, sehen Herrchens Tritte aus, als hebe ein Storch das Bein zum Pinkeln.

Jetzt geht’s an Eingemachte: In zwei Fünferreihen stehen wir uns gegenüber. Eine Reihe (sie trägt Boxhandschuhe) schlägt zu. Die andere muss Schläge und Tritte mit „Pratzen“, Polstern für Hände und Unterarme, parieren.Wir müssen hier gute Pratze zum bösen Schlag machen. Die Fäuste und Tritte kommen mit ziemlich viel Wumms. Die Pratze schmatzt. Bald glitscht sie vor Schweiß als hätte… Ach, egal.

Wechsel: Alle geben sich High Five. Herzliche Atmosphäre hier. Wir tauschen mit Frank durchgeschwitzte Boxhandschuhe gegen nasse Pratze. Und schon treibt uns Frank weiter. Wir schlagen zu, was das Zeug hält: Bam!

Schweißtropfen explodieren. Bam! Testosteron spitzt. Bam! Schultern brennen. Bam-bam! Fäuste fliegen, Füße tanzen. Bam-bam! Hüften, Schultern, Beine sind gespannt wie Sprungfedern. Bam-bam! Arme schießen nach vorn wie Pythonbisse. Bam-bam-bam! Das Pratzengeballer klingt wie das Steptanzfinale von Michael Flatley’s Lord of the Dance. Nur viel archaischer. Bam-bam-da-badda-da-bam!

Mit einem gellenden Pfiff gebietet Frank schließlich Einhalt. Die Stunde ist vorbei. „Wow!“, ruft Herrchen.

Frank verpasst uns anerkennend einen herzhaften Leberhaken. Uh! Herrchen grinst schief. Unter Aufbietung all meines Mitleids hechte ich zur Leber. Was tun? Ich zähle laut bis zehn. Sie bleibt reglos wie beleidigte Leberwurst. Seufzend werfe ich das Handtuch. Denn eines ist sicher: Herrchen wird es sich nicht nehmen lassen, hier bald wieder aufzuschlagen.

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