Lauf der Woche

Fair Play im Sport

Über Fair Play im Sport hat Dieter während eines vorweihnachtlichen 10-km-Laufes nachgedacht. Logisch, dass auch Geld bei diesen Überlegungen eine herausragende Rolle spielt.

Dieter Baumann

Dieter Baumann

Bild: Claus Dahms

Lauf der Woche
Donnerstag 4.12.2014
Tübingen / Spitzberg
10 km Fair-Play-Lauf


Ich melde mich vom Dauerlaufen und sehe mit großer Genugtuung: Auf den Sport ist in Sachen Fair Play absolut Verlass! Aber der Reihe nach:

Der Deutsche Sport will Olympia 2024. Da es um den Ruf von Olympia schlecht bestellt ist, mutiert selbst unser Innenminister Thomas de Maizière zum Lobbyist „Olympia“ und meinte bei der Vorstellung des ersten deutschen Anti-Doping-Gesetzes, dass das Gesetz dazu beitragen würde, die Akzeptanz einer deutschen Bewerbung bei der Bevölkerung zu erhöhen und vergaß sinngemäß auch nicht darauf hinzuweisen, dass wir uns nicht immer nur beklagen sollen, über die Spiele, über das IOC und über deren Verhältnisse zu Putin oder dergleichen. Wir könnten mit einer Bewerbung zeigen, dass wir es besser können.

Und als es die Tage um die Vergabe der Leichtathletik Weltmeisterschaft ging, meinte der Sportfunktionär Digel über den Vorwurf, dass Doha (Katar) die Leichtathletik-WM 2019 nur deshalb bekommen hätte, weil kurz vor der Abstimmung ein 30-Millionen-Scheck auf den Tisch gelegt wurde, dies sei regelkonform. „Wenn ein Bewerber plötzlich verspricht, zehn Kunststoffbahnen in der Dritten Welt zu bauen, ist das für die afrikanischen Vertreter ein durchschlagendes Argument.“

Wir können nur staunend lernen. Beim Sport wird Korruption kurzerhand zur Regel erklärt. Und unser Innenminister Thomas de Maizière sollte bei der Bewerbung für die Spiele 2024 immer bedenken: Katar denkt noch über eine Bewerbung nach. Und in einem Punkt, lieber Herr Innenminister, sollten Sie sich keinen Illusionen hingeben. Sobald die Türen eines Sportgremiums geschlossen werden, hauen sich die Herren auf die Schenkel und lachen sich über Sie und uns kaputt. Das nur am Rande.

Da in der Sportwelt Geldschecks grundsätzlich zur Regel erklärt werden können und unser Innenminister es vielleicht noch gar nicht mitbekommen hat: der amerikanische Sender NBC hat die Rechte für die Spiele 2024 bereits gekauft. Zum sagenhaften Preis von fast acht Milliarden Dollar. Und mal ganz ehrlich, würden sie so viel Geld ausgeben, wenn die Spiele nicht im eigenen Land stattfänden? Warten wir also ab, welche Stadt die USA für 2024 ins Rennen schickt. Nur damit man mich nicht falsch versteht: natürlich wird erst noch gewählt!

Und jetzt zur letzten Meldung. Hat auch etwas mit Geld zu tun. Wieder ein Scheck. Diesmal eine Rückerstattung. Zur Vermeidung einer Sperre wegen auffälligen Blutwerten hat die russische Marathonläuferin Lilija Schobukhowa laut ARD-Recherchen viel Geld bezahlt. Dies hat lange funktioniert. Dann kam die Sperre und das Geld floss wieder zurück.

Ja liebe Freunde der Laufkunst, das ist Fair Play. Nicht einmal die mit Ehrenkodexen umzingelte Mafia würde eingezahltes Schutzgeld wieder zurück überweisen. Das geht nur im Sport und macht dann auch wieder Mut für eine Bewerbung für die Spiele 2024. Im Fall einer Wahlniederlage bekommt Thomas de Maizière unsere Steuergelder bestimmt wieder zurück.

Bild: privat

Dieter Baumann, die Götter und Olympia - Termine 2014

• 13. Januar 2015 Balingen - 20:00 Uhr
• 15. Januar 2015 Münsingen - 19:30 Uhr
• 19. Januar 2015 Heilbronn - 19:00 Uhr
• 6. März 2015 Stockach - Raithaslach - 20:00 Uhr
• 21. März 2015 Freiburg / Vorderhaus, 20:00 Uhr
• 18. April 2015 Allmendingen / 20:00 Uhr