Sara Moreira

Europas nächste große Marathonläuferin?

Platz drei beim Debüt in New York, Rang zwei beim zweiten Marathon in Prag - wenn Sara Moreira so weitermacht, wird sie den nächsten Marathonlauf gewinnen. In Prag steigerte sie ihre Bestzeit auf 2:24:49.

Sara Moreira

Sara Moreira hat den Marathonrekord der legendären Rosa Mota im Blick.

Bild: photorun.net

Wird Sara Moreira Europas nächste große Marathonläuferin? Die Portugiesin bringt alle Voraussetzungen dafür mit, und ihre ersten beiden Rennen über die klassische Distanz waren beeindruckend. Platz drei beim Debüt in New York, Rang zwei beim zweiten Marathon in Prag am vergangenen Sonntag – wenn Sara Moreira so weitermacht, wird sie den nächsten Marathonlauf gewinnen. Und das wäre keine Überraschung. Beim Volkswagen Prag-Marathon steigerte sie ihre in New York im vergangenen November erzielte Bestzeit von 2:26:00 Stunden um über eine Minute auf 2:24:49. Damit ist Sara Moreira nur noch 80 Sekunden entfernt vom nationalen Marathonrekord der portugiesischen Laufsport-Legende Rosa Mota. Die Marathon-Olympiasiegerin von 1988 war in Chicago 1985 als Dritte 2:23:29 gelaufen.

„Ich habe eigentlich nie daran gedacht, dass ich einmal Marathon laufen würde“, sagt Sara Moreira. „Denn ich sah immer die Bahn-Langstrecken und das Crosslaufen als meine Wettbewerbe an.“ Die 10.000 Meter stehen auch in diesem Jahr für die Portugiesin im Vordergrund. Bei den Weltmeisterschaften in Peking will sie im Sommer über diese Distanz antreten. Die Qualifikation ist bereits abgehakt: Im April gewann sie das 10.000-m-Rennen in Huelva mit einer neuen Bestzeit von 31:12,93 Minuten. Mit diesem und anderen starken persönlichen Rekorden über kürzere Distanzen bringt die Portugiesin exzellente Voraussetzungen für eine erfolgreiche Marathonkarriere mit.

Sara Moreira will zu den Olympischen Spielen in Rio

Auch nach ihrem zweiten überzeugenden Rennen über die 42,195 km sagt Sara Moreira: „Ich sehe mich noch nicht als Marathonläuferin. In der nahen Zukunft werde ich zunächst weiter auf der Bahn, im Cross und über kürzere Straßenrennen bis hin zum Halbmarathon antreten.“ Doch das könnte sich ändern. „Wenn ich meine Zeit vom Prag-Marathon noch einmal bestätigen könnte, dann würde ich bei den Olympischen Spielen in Rio im nächsten Jahr eher den Marathon laufen“, sagt die 29-Jährige, die 2013 Hallen-Europameisterin über 3.000 m war.

Dass sie überhaupt zum Marathon kam, hing damit zusammen, dass die Veranstalter in New York sie eingeladen hatten. Nach ihrem starken Debüt in Big Apple im vergangenen November folgte ein Angebot für den London-Marathon. „Das konnte ich nicht ablehnen“, sagt Sara Moreira, die sich dann jedoch beim 10.000-m-Rennen in Huelva verletzte, so dass sie nicht rechtzeitig für London wieder fit war. Daher startete sie kurzfristig in Prag.

Ihr Training sei zuletzt mehr auf Marathon ausgerichtet gewesen als auf die 10.000-m-Distanz. Höhentraining steht allerdings nicht auf dem Programm. Sara Moreira bereitet sich an ihrem Heimatort etwas nördlich von Porto auf die Wettkämpfe vor. Dies hängt teilweise auch damit zusammen, dass sie mit ihrem Mann und Trainer Pedro Ribeiro einen eineinhalbjährigen Sohn hat, Guillermo.

Auf die Frage, warum es in Portugal relativ viele gute Läuferinnen gibt, antwortet Sara Moreira: „Wir haben eine sehr starke nationale Konkurrenz, und daher gibt es gute Leistungen.“ Sie selbst hat eine große portugiesische Läuferin als Vorbild: Fernanda Ribeiro, die 10.000-m-Olympiasiegerin von 1996. Die großen Rennen von Rosa Mota waren vor ihrer Zeit. Als die Olympiasiegerin den portugiesischen Rekord lief, war Sara Moreira 1985 genau drei Tage alt. Die Mota-Zeit von 2:23:29 Stunden hat sie aber im Blick. „Ich denke, dass ich in der Zukunft diesen Rekord brechen könnte.“

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