Horst Milde

Ein Mann mit Ideen

Mildes Werdegang ist beeindruckend. Ein gutes Gespür für Marketing und für das Geschäft halfen ihm ebenso wie seine Liebe zum Laufsport.

Horst Milde mit seiner Frau

Horst Milde ist selbst leidenschaftlicher Läufer: Hier läuft er mit seiner Frau Sabine.

Horst Milde entwickelte sich schon in jungen Jahren zum ausgewiesenen Meister des Spagats. Denn schon während seiner aktiven Läuferkarriere organisierte er mit dem Sportreferat der Freien Universität (FU Berlin) den ersten Berliner Crosslauf. Geprägt von den offensichtlich nachhaltigen Erlebnissen als Teilnehmer bei Crossläufen in Le Mans (1964) oder im antiken Olympia (1965) wollte Horst Milde unbedingt auch in seiner Heimatstadt einen Cross-Country-Lauf ausrichten.

Leitend war für ihn dabei die Idee "Alle Berliner können mitmachen". Damit lag er aber im Disput mit dem Berliner Leichtathletik-Verband, der eigentlich nur Vereinsläufer am Start sehen wollte. Doch geplant und flugs getan - bei der Premiere tummelten sich im Jahr 1964 bereits 700 (!) Sportler. Studenten, Vereinsläufer und auch Hobbyläufer. Mit dem späteren 1.500-m-Europameister Bodo Tümmler im Cross der Asse und dem Steher-Radweltmeister Rainer Podlesch im Volkslauf gab es zudem überaus prominente Sieger. Kontakte zu den Berliner Tageszeitungen taten ein Übriges, der Laufsport hatte seinen Einzug auf den Sportseiten gehalten.

Öffentliches Lauftraining am Teufelsberg, eigentlicher Vorgänger des Lauftreffs, sorgte ebenso für Aufsehen wie die ersten Volksläufe, die, wie Horst Milde zugab, "eigentlich Waldläufe waren". Letztlich dauerte es noch zehn Jahre nach der Cross-Premiere, bis Horst Milde, längst erster Volkslaufwart des Berliner Leichtathletik-Verbandes und Breitensportwart des LSB Berlin, mit wenigen Helfern den ersten Marathonlauf organisierte.

In Anzeigen in Fachzeitungen ("Auch das war ein Novum!") warb Milde für "seinen" ersten Marathon und hatte mit 286 Teilnehmern auf Anhieb eine Beteiligung, die weit über den bisherigen Standards lag. "Im Jahr zuvor hatte der Verband vor unserer Geschäftsstelle einen Marathonlauf organisiert - mit 90 Teilnehmern. Da habe ich mir gesagt: Das kannst du besser!"

Die Premiere des Berlin-Marathons am 13. Oktober 1974 war somit eine gelungene, auch wenn die Strecke noch fernab jeglicher Öffentlichkeit vom Mommsenstadion aus ins Waldgelände an der AVUS zu einem Wendepunkt am Strandbad Wannsee über insgesamt zwei Runden führte. "Uns fehlte natürlich die Erfahrung, aber unsere Helfer waren euphorisch. Es gab zwei Wasserstellen mit Salztabletten und im Ziel heiße Brühe!", erinnert sich Horst Milde und denkt an die heute üblichen Leckerbissen entlang der Strecke oder im Ziel, die heutzutage einen Marathonlauf charakterisieren.

Er ergänzt im gleichen Atemzug: "Und es stand in der Ausschreibung: Ohne Training kein Marathon!" Früher wie heute wichtiges Credo für den einstigen Mittelstreckler und späteren Organisator. Unter seiner Leitung wurden sieben Deutsche Meisterschaften durchgeführt mit drei Marathon- und zwei Cross-Meisterschaften.

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