Schauspieler, Autor, Regisseur

Ein Lauf mit Wolfgang Maria Bauer

Die größte Leidenschaft des Schauspielers, Autors und Regisseurs Wolfgang Maria Bauer ist Fußball. Er ist jedoch auch schon einen Marathon gelaufen.

Trainingstagebuch
Strecke: Wald bei Leutstetten (Oberbayern)
Wetter: sonnig, 13 Grad
Distanz: 7 Kilometer
Zeit: 42 Minuten
Tempo: 6:00 min/km

Sie sehen gut trainiert aus. Laufen Sie schon immer?
Ich bin schon als Schüler gejoggt, einfach aus Freude und weil ich fit sein wollte. Ich war damals Fußball-Mittelstürmer bei der Spielvereinigung Unter­haching und hatte meine Defi­zite am ehesten im Ausdauerbereich. Das wollte ich ausbügeln.

Fußball ist Ihre große Leidenschaft. In den Achtzigern haben Sie in der
A-Jugend von 1860 München gespielt, heute spielen Sie gemeinsam mit fußballbegeisterten Schriftstellern und Dramatikern in der Autoren-National­mannschaft. Sind sich Sport und Literatur nahe?

Die Autonama wird von der Kulturstiftung des Deutschen Fußball-Bunds gefördert. Das heißt, wir reisen auch zu den Spielen der Nationalmannschaft, halten am Vorabend Lesungen und spielen gegen andere Autorenmannschaften. Ein Kulturaustausch auf vielen Ebenen. So kommt es auch, dass ich für die DFB-Kulturförderung nach Mexiko geflogen bin und mit Jugend­lichen ein Theaterstück erarbeitet habe. Das ist herrlich, diese Verschränkung meines Theaterberufs und meiner sportlichen Leidenschaft.

Wie passen der Teamsport Fußball und die Einzelsportart Laufen bei Ihnen zusammen?
Ich empfinde mich zwar als soziales Wesen, aber meine Teams haben ­immer das absolute Gegenteil von mir behauptet. Im Fußballverein war ich immer der tolerierte Irre, der mitmachen durfte, weil er eben gut spielte. Selten habe ich einen Ball abgegeben, ständig bekam ich Rote Karten. Ich bin unheimlich ehrgeizig und eher kein Teamplayer. Vermutlich bin ich doch eher Individualsportler. Ich bin ja auch schon mal einen Marathon gelaufen. Heute geht es mir beim Laufen aber nicht mehr ums Ziel, sondern ums pure Laufen. Wenn ich diese Bewegung nicht mehr habe, fehlt mir was.

Man sagt, beim Laufen wird der Geist frei. Bringt der Läufer dem ­Autor vom Laufen Ideen mit?
Mehr indirekt. Beim Laufen ist es eher ein intuitives, sich versenkendes und kein konkretes Denken – was ja das Schöne ist. Es kann sein, dass mein Hirn während des Laufens irgendwelche Bilder zusammenspielt, die sich aber erst danach zusammenfügen. Gedanken werden durchs Laufen zwar unterbewusst angeregt, treten bei mir aber erst später zutage. Laufend hat das Denken einfach eine andere Moto­rik. Deshalb mache ich es so gern.

Und was sind die nächsten Ziele, ­läuferisch und auch beruflich?
Wenn es meine Gesundheit zulässt, würde ich gern mal in nächster Zeit den New-York-Marathon laufen. Aber wirklich ohne großen Ambitionen. Beruf­lich musste für mich nach über vier Jahren als Kommissar bei der TV-Serie „Siska“ unbedingt etwas Neues kommen. An der Akademie in Ludwigsburg gebe ich Schauspiel­unterricht, seit Februar spiele ich in München in der „Magdalena“ von Ludwig Thoma am Volkstheater mit. Dann inszeniere ich noch die „Die Lustige Witwe“ in Dessau – und ich schreibe ohne Ende.

Das Interview führte Jane Grüning.

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