Der Schauspieler

Ein Lauf mit Uwe Ochsenknecht

Wir trafen Uwe Ochsenknecht zu einem morgendlichen Lauf in Berlin. Bereits in der Schauspielschule hatte er angefangen zu laufen.

Trainingstagebuch
Strecke Regierungsviertel, Berlin
Wetter wolken, 5 Grad
Distanz 5,2 Kilometer
Zeit 35 Minuten
Tempo 6:40 min/km

Sie sind in den Medien nicht gerade dafür bekannt, ein Läufer zu sein. Vermeiden Sie dieses Image bewusst, weil es nicht zu den von ­Ihnen verkörperten Rollen passt?
Erst mal muss man nicht mit allem, was man tut, in der Presse stehen. Und dann ist Laufen ja wirklich keine Hammerinfo. Das kann man vielleicht mal in einem Nebensatz fallen lassen.


Wann und wie genau wurden Sie zum Läufer?
Ich war immer sportlich, vor allem in meiner Schauspielschul-Zeit. Der ­Unterricht hat viel Körperliches mit sich gebracht: Kampfsportunterricht, Ballettunterricht, und wir wurden dazu angehalten, ab und zu mal ’ne Runde zu laufen. So habe ich Spaß daran gefunden und gehe seitdem – bedingt durch meine Arbeit – mehr oder weniger regelmäßig laufen. Das ist oft schwierig, weil spontane Ter­mine reinkommen. Aber zweimal pro Woche schaffe ich gut.

Nutzen Sie Ihre Läufe bewusst als Ruhepause während der Arbeit – als Zeit für sich und um neue Kraft zu tanken?
Ja! Laufen hat ein wenig vom Medi­tieren. Man lässt alle Gedanken durchrauschen. Wenn man Kilometer für Kilometer einen Fuß vor den anderen setzt, kommt der Körper in einen Rhythmus, eine Schwingung, die leicht meditativ wirkt, obwohl man sich körperlich anstrengt. Ich laufe am liebsten morgens. Gleich raus aus dem Bett, in die Klamotten und ab in die Natur, wenn’s noch frisch und kühl ist. Am idealsten ist Wald, weil der voll von Sauerstoff ist. Man hat mit jedem Atemzug das Gefühl, dass jede Zelle im Körper sich mit Sauerstoff vollpumpt. Davon zehre ich dann den ganzen Tag.


Sie singen auch, haben einige CDs aufgenommen. Gehören Musik und Laufen für Sie zusammen?
Beim Laufen in der Natur brauche ich keine Musik, weil ich da lieber die Geräusche um mich herum genieße. Im Einklang mit der Natur wird mir noch bewusster, wie gesund das Laufen ist. Würde ich in der Stadt laufen – was so gut wie nie vorkommt – wären wohl Musik und Kopfhörer angesagt.


Profitieren Sie in Ihrem Beruf vom privaten Laufen?
Klar, in vielen Rollen muss man fit sein. Bei Verfolgungsjagden zum Beispiel. Der Zuschauer sieht nicht, wie oft wir die einzelnen Laufszenen beim Drehen wiederholen. Man läuft ja nicht nur einmal und das wird genommen. Nee, nee, da wird aus verschiedenen Positionen gedreht und dann läuft man zehnmal die Strecke ab. Da bin ich immer froh, dass ich mich durchs Laufen fit halte.


Sie sind vor Kurzem in die Stadt der Laufevents gezogen: Berlin. Reizt es Sie, an einem Wettkampf teilzunehmen?
Ja, natürlich. Wenn man zusammen mit Tausenden von Leuten läuft, dann ist dieses Massenerlebnis der große Spaß. Da wäre ich völlig un­ambitioniert. Nur das Ziel möchte ich schon erreichen.

Das Interview führte Sünne Kayser.

Ein Lauf mit ...:

Ein Lauf mit Eugen Ruge