Buchautorin und Moderatorin

Ein Lauf mit Susanne Fröhlich

Susanne Fröhlich läuft ehrgeizig und engagiert sechs mal in der Woche. Ihr Motiv ist nicht das Abnehmen. Die Gründe verriet sie uns bei einem entspannten Lauf.

Ein Lauf mit Susanne Fröhlich

Traumhaft viel Natur hat Susanne Fröhlich direkt vor der Haustür.

Bild: Dieter Schwer

Trainingstagebuch
Strecke: Hasen-Runde am Feldberg
Ort: Schmitten in der Nähe von Frankfurt
Wetter: Sonnig, 1 Grad, verschneite Wege
Distanz: 6 Kilometer
Höhenmeter: 120
Zeit: 36 Minuten
Tempo: 6:00 Min./km

Das ist aber schön hier oben am Feldberg. Wohnen Sie schon lange hier?
Susanne Fröhlich: Ja, seit 18 Jahren lebe ich hier und viele Mitglieder meiner großen Familie sind ebenfalls in der Nähe. Da ich beruflich sehr viel unterwegs bin, schätze ich mein Zuhause natürlich sehr. Zum Laufen ist es ein Traum. Immer profiliert, aber immer in der Natur. Wir laufen jetzt die Hasen-Runde, eine von meinen vielen Stammstrecken hier vor meiner Haustür. Es ist eine kleine Runde, aber mir zwickt auch noch ein bisschen die Wade vom Marathon.

Stimmt, Sie sind den Frankfurt Marathon mitgelaufen. Herzlichen Glückwunsch zur Punktlandung in 4:00 Stunden. Das war aber nicht Ihr erster Marathon, oder?
Susanne Fröhlich: Nein, das war der zweite Marathon und eigentlich wollte ich gar nicht mitlaufen, weil ich so wenige lange Läufe gemacht habe. Um ehrlich zu sein waren es nur ein paar Zwanziger und einmal lief ich 26 Kilometer. Eine Freundin hat mich dann aber einfach im Rahmen des caritativen Projekts BÄRENSTARK angemeldet und daher bin ich angetreten. Da ich auf keinen Fall langsamer sein wollte als bei meinem ersten Marathon, den ich in 4:17 Stunden gelaufen bin, habe ich mich halt ein bisschen angestrengt und bis Kilometer 41 lief es dann auch echt gut. Nur die allerletzten Meter waren ein Martyrium, aber hey, ich habe gefinisht und das auch noch 17 Minuten schneller, als vor fünf Jahren.

Sensationell! Sie sehen auch wirklich extrem sportlich aus. Also, von der Figur her…
Susanne Fröhlich: Hahaha ja, ich bin gewichtsflexibel. Mal so, mal so. Im Moment bin ich eher schlank, aber es gibt auch immer mal Ausrutscher. Mein Gewicht ist aber nicht der Grund für mein Laufen. Ich habe irgendwann beschlossen, dass ich in jeder Gewichtsklasse fit sein will und daher laufe ich immer und in jeder Phase. Ich habe nie Probleme mit den Knien, egal wie viel ich wiege. Das ist ein großer Vorteil.

Machen Sie Diät?
Susanne Fröhlich: Nein, überhaupt nicht. Aber ich achte auf die Nahrungsqualität, esse wenig Zucker und wenig rotes Fleisch. Eigentlich esse ich insgesamt sehr wenig Fleisch, weil es meiner Gesundheit nicht guttut. Aber ich verbiete mir nichts explizit, sondern ernähre mich so, dass ich mich wohl fühle.

Und wie sieht es mit anderen Sportarten aus?
Susanne Fröhlich: Ich mache Yoga und ich fahre hin und wieder mal Fahrrad. Aber das Laufen ist die Sportart, die ich am leichtesten und irgendwie auch am liebsten ausübe. Auch, wenn ich den ersten Kilometer immer hasse. Da muss die alte Maschine immer erst in Gang kommen. Ich laufe sechs Tage pro Woche, und zwar unabhängig davon, wo ich gerade bin. War gerade mit Freundinnen in Amsterdam und es war mir eine so große Freude, schon morgens meine Runde durch die Stadt zu drehen, um auszukundschaften, wo wir später alle zusammen hingehen können.

Sie schreiben ja jedes Jahr ein erfolgreiches Buch. Ist das Laufen für Sie eine Kreativbörse?
Susanne Fröhlich: Auf jeden Fall hilft es mir, wenn ich beim Schreiben mal nicht weiterkomme. Dann gehe ich raus und laufe eine Runde. Danach ist der Kopf frei und es kann weitergehen. Ich höre aber auch gerne Hörbücher beim Laufen oder frage mich mit selbstgemachten Aufnahmen Vokabeln ab. Das geht besonders gut, wenn ich lange laufe.

Sind Sie ein Morgen- oder ein Abendläufer?
Susanne Fröhlich: Wenn ich unterwegs bin, dann laufe ich meist in der Früh. Oft arbeite ich aber auch von Zuhause aus und dann ziehe ich mir zwar schon morgens die Laufsachen an, die mich daran erinnern, dass ich heute noch loswill, es wird dann aber schon mal Mittag, bis ich vor die Tür trete. Im Dunkeln möchte ich gerade hier oben nicht laufen und ich habe auch immer mein Handy dabei, weil ich ein Talent zum Stürzen habe und nicht verletzt im Wald liegen möchte, ohne jemanden kontaktieren zu können.

Gibt es ein System, nach dem Sie hin und wieder trainieren? Also eine Art Trainingsplan?
Susanne Fröhlich: Bisher habe ich eher ohne Plan trainiert, aber das möchte ich ändern. Nächstes Jahr plane ich wieder einen Marathon und auf den möchte ich mich mal so richtig vorbereiten. Außerdem komme ich in die nächste Altersklasse und meine Chancen steigen, noch besser als bisher abzuschneiden. In diesem Punkt bin ich zugegebener Maßen ein bisschen ehrgeizig. Ich messe mich natürlich nicht mit Topathleten, aber es ist mir wichtig, dass ich nicht die Unfitteste in meiner Altersklasse bin.

Sie tragen eine GPS Uhr. Schauen Sie akribisch auf Ihre Pace?
Susanne Fröhlich: Ich habe das Ding noch nicht so lange, aber ja, ich gebe zu, dass ich schon darauf achte nicht so ganz langsam unterwegs zu sein. Allerdings ist mir auch klar, dass an verschneiten Tagen wie heute im Wald mit all dem Auf und Ab das Tempo eher sekundär ist. Dann bin ich schon in der Lage nach Gefühl zu laufen und einfach die Natur zu genießen.

Das war jetzt aber eine schöne Runde und ich muss sagen, Sie sind wirklich toll in Form.
Susanne Fröhlich: Danke. Hat mir auch Spaß gemacht und ja, ich fühle mich auch gut und habe einfach Spaß am Laufen. Freue mich schon auf die neue Altersklasse ab Januar, in der ich dann eine der jüngsten Läuferinnen bin und gute Chancen hab! Nein, im Ernst, es ist ein toller Sport.

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