Interview im Laufschritt

Ein Lauf mit Shary Reeves

Martin Grüning interviewte die Moderatorin und Schauspielerin Shary Reeves beim gemeinsamen Lauf.

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Shary Reeves: Die Moderatorin ist eine Sportskanone mit wechselnden Ambitionen.

Bild: Urs Weber

Trainingstagebuch
Strecke: Hamburg, Bahrenfeld
Wetter: bewölkt, 12 Grad
Distanz: 8 Kilometer
Tempo: 5:45 Minuten/Kilometer
Herzfrequenz (ø/max): 114/137

Sie sind vor allem Kindern (und deren Eltern) ein Begriff, da Sie die Sendung „Wissen macht Ah!“ (KIKA und ARD) moderieren. Wie kommt man eigentlich ins Kinderfernsehen?

Shary Reeves: Ich habe ab 1993 neben dem Studium mit meinen Geschwistern Musik gemacht, deutschsprachigen Rap, und darüber kam es zu ersten Kontakten mit dem Westdeutschen Rundfunk (WDR). Die haben mich dann 1996 zu einem Casting für die Mode­ration des „Maus-Clubs“, eines Ablegers der „Sendung mit der Maus“, eingeladen. Das Casting kam gut an, und ich hatte meinen ersten Fernseh­job. Daraus wurde dann später die Moderation von „Wissen macht Ah!“. 2001 bis 2003 war ich parallel dazu in einer Hauptrolle bei der Soap „Marienhof“ dabei. Das wurde dann aber irgendwann zu viel.

Entwächst man dem Kinder­fernsehen nicht irgendwann?
Mein Ziel ist es, so lange wie möglich Kinderfernsehen zu machen, und dann will ich als Moderatorin in die klassischen Sportformate. Ich habe selbst 20 Jahre Fußball gespielt, verstehe viel von Leichtathletik.

Und Sie sind auch schon Marathons gelaufen?
Ich habe mit fünf angefangen, Fußball zu spielen. Obwohl mir meine Mutter das später verboten hat, bin ich jahre­lang heimlich zum Training gegangen. Später habe ich in Bad Neuenahr in der Bundesliga gespielt. Dann habe ich aufgehört. Ich war in vielen Sport­arten gut, deshalb hat mich öfter ­etwas Neues gereizt. Ich habe mit Base­ball begonnen, Tennis gespielt, und irgendwann habe ich mich dann auf den ersten Marathon vorbereitet.

Wo sind Sie den gelaufen?
In Köln. Dann in Frankfurt und die letzten in Münster. In Köln bin ich um die 3:20 Stunden gelaufen, da war ich richtig fit. In Münster war ich schlechter vorbereitet und habe über vier Stunden gebraucht.

Laufen Sie jetzt nur noch?
Nein! Ich mache ein Allround-Training: auch viel Kraft, damit die Gelenke beim Laufen von starken Muskeln ­geschützt sind. Und nach wie vor spiele ich ab und zu Fußball.

Welche Ziele haben Sie noch als Läuferin?
Ich möchte schon mal wieder unter 3:30 Stunden laufen. Das habe ich mir fest vorgenommen. Bei meiner Bestzeit in Köln wäre mehr drin gewesen, aber da bin ich mit einer Freundin zusammen gelaufen, die unterwegs mehrfach zur Toilette musste.

Also steht tatsächlich die Leistung beim Laufen im Vordergrund?
Sagen wir es so: Ich glaube, ich wäre eine gute Marathonläuferin geworden. Aber am schönsten ist es, wenn ich mit dem Laufen einen Charity-Gedanken verknüpfen kann. 2007 bin ich in Münster für die Deutsche Krebshilfe gelaufen. Unterwegs habe ich auch noch Autogramme gegeben. Das ­mache ich ja gern, aber so wird das wohl nichts mit der neuen Bestzeit.


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