Schriftsteller

Ein Lauf mit Schriftsteller Marcus Imbsweiler

Schriftsteller Marcus Imbsweiler läuft täglich – auch, wenn er nur 20 Minuten Zeit hat. Dabei ist er überaus erfolgreich.

Trainingstagebuch
Strecke: Heiligenberg, Heidelberg
Wetter: sonnig, 10 Grad
Distanz: 12 Kilometer
Zeit: 62 Minuten
Tempo: 5:21 min/km

Als Schriftsteller ist man ja an den Schreibtisch gefesselt. Da ist das Laufen als Ausgleich Pflicht, oder?
Ich empfinde Laufen nicht als Pflicht. Es nimmt mir auch keine Zeit weg. Für mich ist es eine wichtige Ergänzung zu meiner Arbeit. Es macht mich fitter, kreativer, fähiger. Interessant ist, dass die Verwirklichung meiner ersten Texte zeitlich mit meinen Laufanfängen zusammenfällt.

Und wie fand das Laufen Eingang in Ihren Alltag?
Mein Vater und mein Bruder sind lange vor mir gelaufen. Ich selbst verspürte diesen Bewegungsdrang erst mit 30. Heute laufe ich täglich – selbst dann, wenn ich nur 20 Minuten Zeit habe.

Das reicht offensichtlich für her­vorragende Laufergebnisse. Halbmarathon laufen Sie in 1:13 Stunden. Nicht selten werden Sie zur Siegerehrung aufgerufen. Welche Rolle spielt für Sie der Leistungsgedanke?
Wichtig ist mir, laufen zu können und gesund zu bleiben. Ich liebe es, mit ­einer Gruppe zu laufen, etwa mit den Vereinsfreunden der TSG Heidelberg. Aber ich ziele auch auf gute Zeiten in meiner Altersklasse und messe mich gern mit anderen.

Und Marathon ist Ihre Distanz?
Nein, Marathon ist eher eine Ergänzung. Für mich ist von der Belastung her damit der Bereich des Möglichen erschöpft. Marathon laufe ich nur einmal im Jahr. Bisher kamen so acht Marathons zusammen.

… und einer davon in 2:42 Stunden! Wie viele Buchseiten entstehen denn bei einem Marathon?
Ich schätze, eine Stunde Laufen bringt mir im Idealfall drei Seiten Text.

Aber das Laufen kommt in Ihren ­Büchern gar nicht vor.
Bislang hat sich meine Leidenschaft lediglich in einer Kurzgeschichte niedergeschlagen. Aber zurzeit sitze ich tatsächlich gerade an einem ­Krimi, der im Vorfeld der Olympischen Spiele angesiedelt ist und um das Thema Laufen kreist.


In einem Familienhaushalt mit drei kleinen Mädchen sind feste Zeiten vorgegeben. Mein Büroalltag beginnt um 8:30 Uhr und endet am Nach­mittag. Kinderaufsicht habe ich alle zwei Tage im Wechsel mit meiner Frau, einer Geigenbauerin. Hinzu kommen etwa 30 Lesungen jährlich, meist abends unter der Woche. Meine Teilnahme an Läufen, etwa alle 14 Tage, tangiert dies nicht.

Aber das Laufen ist ja nicht Ihr einziges Hobby …
Richtig, ich bin auch der Pressemann für den Heidelberger Halbmarathon.

Dass sich beim Laufen die Gedanken ordnen und die Ideen sprudeln, ­kennen wohl die meisten. Doch wie gewonnen, so zerronnen. Verraten Sie uns abschließend, wie Sie sich das Erlaufene bewahren?
Aber gern. Meist beende ich das ­Laufen am Schreibtisch und mache mir sofort Notizen. Das ist das ganze Geheimnis!

Dieses Interview führte Walter Wagner.

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