Sein Ziel ist ein Marathon

Ein Lauf mit Schauspieler Yared Dibaba

Für seine Fernsehsendungen lief er schon fast überall auf der Welt. Sein Ziel ist es einmal einen Marathon zu laufen.

Trainingstagebuch
Strecke: Altonaer Hafen-Runde, Hamburg
Wetter: sonnig, 5 Grad
Distanz: 9 Kilometer
Zeit: 60 Minuten
Tempo: 6:40 min/km

Herr Dibaba, Sie sind im Läuferland Äthiopien geboren. Liegt Ihnen das Laufen im Blut?
Abebe Bikila, der Marathon-Gott, kommt aus derselben Ecke wie ich, das hat mich immer inspiriert. Durch den Schulsport und meinen Vater, der Sportlehrer war und viel Sport mit uns getrieben hat, laufe ich schon seit meiner Kindheit. Mit meinen eigenen Kindern komme ich leider viel zu ­selten dazu. Aber wenn, dann laufen wir eine kurze Runde und haben eine Menge Spaß dabei.

Für Ihre Fernsehsendungen, insbesondere „Die Welt op Platt“, sind sie viel herumgereist. Haben Sie während Ihrer Reisen immer Laufstrecken gefunden?
Ja, überall. Das fand ich wirklich faszinierend, und meine Turnschuhe aus der Zeit werde ich nie wegschmeißen, weil ich mit denen auf allen Kontinenten gejoggt bin. Sei es in Sibirien, in Schanghai, in Peking, Brasilien oder Chile, in Paraguay, in Namibia oder in Australien – mit denen habe ich schon einiges gesehen. Menschen, die zur Arbeit fahren, die Kinder wegbringen, und alte Leute, die in Parks Tai-Chi üben – meine morgendlichen Läufe sind eine intensive Zeit, um die jeweilige Gegend kennenzulernen.

Sie haben mal gesagt, dass auch die Plattschnacker auf der ganzen Welt eine große Gemeinde sind. Wo ist dieses Gefühl größer: unter den ­Läufern oder den Plattschnackern?
Die beste Verbindung gibt’s zwischen laufenden Plattschnackern. Aber Spaß beiseite: Ich glaube, es ist die Sprache, das Plattdeutsche, weil das auf einer viel emotionaleren Ebene verbindet, ein Gefühl von Heimat, von Sehnsucht ist. Das geht den Menschen dann doch mehr ans Herz.

Planen Sie nach Ihrer Teilnahme am Hamburg-Marathon mit der NDR-Staffel einen komplette Marathon?
Ich träume davon, das einmal zu schaffen, und habe es ja 2008 schon einmal versucht. Aber eine Grippe und ein Magen-Darm-Infekt kamen mir dazwischen, und dann habe ich es einfach nicht mehr geschafft, diszi­pliniert auf der letzten Strecke zu trainieren. Man muss wirklich gut trainieren für einen Marathon, und genau das ist mein Problem: Mir fehlt die Trainingsdisziplin.

Was verbindet Sie mit Ihrer Lieblingslaufstrecke in Altona?
Wunderschön ist, wenn man am Altonaer Balkon entlangläuft. Man sieht den Hafen, und ganz gleich, wie das Wetter ist, ob es aus Eimern schüttet oder die Sonne scheint, der Nebel hochkommt oder es schneit, es ist immer traumhaft. Ich finde, diese Aussicht kann mit New York, Sydney und London locker mithalten!

Das Interview führte Sünne Kayser

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