Demut vor der Distanz

Ein Lauf mit Peter Kloeppel

Aufgeben ist nicht sein Ding, sagt Peter Kloeppel im Interview mit Frank Hofmann.

Peter Kloeppel

Peter Kloeppel.

Bild: Sascha / wikipedia

Trainingstagebuch:
Strecke: Köln-Deutz, Rheinufer
Wetter: sonnig, 18 Grad
Distanz: 7,5 km
Zeit: 45 min
Tempo: 6:00 min/km

RUNNER'S WORLD: Sie sind mit RTL gerade von Müngersdorf nach Deutz umgezogen. Haben Sie schon neue Laufstrecken für Ihre Mittagspause gefunden?
Peter Kloeppel: Der Rhein bietet hier ja viele schöne Möglichkeiten. Es gibt da zum Beispiel die Brückenrunde, die zweimal über den Fluss führt. Wichtig ist für mich, dass es nicht länger als 40 Minuten dauert. Mehr Zeit habe ich mittags nicht.

Wann ist Ihre übliche Laufzeit?
Ich laufe in der Woche zweimal morgens eine Dreiviertelstunde zwischen 6 und 7 auf dem Laufband. Am Wochenende laufe ich ebenfalls zweimal, dann aber im Wald oder am Rhein bei Bonn, wo ich wohne.

Was mögen Sie am Laufband?
Auf dem Laufband genieße ich den Vorteil, mich nicht auf das Wetter einstellen zu müssen, und die Möglichkeit, exakte Intervalle zu laufen.

Und dabei läuft der Fernseher?
Nein! Morgens um diese Zeit brauche ich keinen Sender. Ich höre Musik.

Wann sind Sie aufgeregter: an der Startlinie eines Marathons oder vor einem Interview mit einem wichtigen Politiker?
Beides hat seine eigenen Nervositätsfaktoren, auch wenn man gut vorbereitet ist. Bei Politiker-Interviews muss man schnell kontern und reagieren können, wenn der Gesprächspartner ausweicht. Vor einem langen Lauf ist es eher die Angst vor dem, was ab dem 30. Kilometer passiert. Bis dahin, weiß ich, stehe ich es gut durch, danach fängt es an, richtig weh zu tun – bei mir jedenfalls.

Aber Sie sind bislang immer ins Ziel gekommen.
Ja, aufgeben wäre nicht mein Ding. Aber ich laufe auch nicht schnell. Und wenn es nicht mehr läuft, dann gehe ich halt mal ein paar Meter. Bei meinen Marathons – 2007 in New York und 2009 in Köln – war nicht die Geschwindigkeit das Ziel, sondern die Demut vor der Distanz und die dafür nötige Disziplin zu lernen.

Lassen Sie mich raten, auf welchem Kurs Sie schneller waren...
Klar, in Köln – da kam ich nach 4:45 ins Ziel. In New York geht es ja ganz gut auf und ab, besonders am Ende.

Wie lange standen Sie denn in New York noch nach dem Startschuss?
Meine Kollegin Ulrike von der Groeben und ich waren mit einem erfahrenen Läufer zusammen, der uns gleich an den Beginn des Startbereichs durchschleuste. Wir durften bei Sonnenschein und wenig Wind oben über die Verrazano Narrows Bridge laufen. Das war der schönste Laufmoment in meinem Leben.

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