Interview beim Training

Ein Lauf mit Peter Jordan

Der Schauspieler Peter Jordan aus Berlin stellt sich beim Lauf am Elbufer in Hamburg unseren Fragen.

Trainingstagebuch
Strecke: Jenischpark, Elbufer (Hamburg)
Distanz: 12 km
Zeit: 59 min
Tempo: 4:55 min/km

RUNNER'S WORLD: Wie kommt man dazu, mit 16 einen Marathon zu laufen?

Peter Jordan: Ich wollte etwas Sportliches machen, weil es in dem Alter angesagt war. Mit Mannschaftssportarten hatte ich meine Probleme. Beim Duschen schämte ich mich immer, weil ich so dünn war. Deshalb fing ich mit 15 an, einfach nur loszulaufen. Daraus wurden dann bis zu 22 km am Tag – und eine Sucht. Mit 16 bin ich dann in Berlin meinen ersten Marathon in 3:25 h gelaufen, mit 17 in Frankfurt meinen zweiten in 3:03 h.

Suchen Sie auch im Berufsleben die extreme Herausforderung? In Ihrem letzten Jahr am Hamburger Thalia-Theater waren Sie der Schauspieler mit den meisten Auftritten, gleichzeitig drehten Sie die Kino-Komödie "Die Schimmelreiter" und einige "Tatort"-Folgen.

Ja, das stimmt schon, ich war auch da ein sportlicher Typ. Aber das nimmt jetzt im Alter etwas ab. Als Schauspieler darf man die Dinge nicht zu sportlich nehmen. Wenn viel geschwitzt wird auf der Bühne bedeutet das nicht, dass es eine gelungene Vorstellung ist. Das ist beim Laufen ja ähnlich. Wenn man älter wird, erkennt man, dass man nicht immer eine neue Bestzeit laufen muss, um Spaß zu haben.

Neuerdings arbeiten Sie frei – um mehr Zeit für sich zu haben oder um sich gezielter Rollen aussuchen zu können?

Der Effekt wird sein, dass ich noch mehr arbeiten werde als vorher. Wenn man nicht zu einem Ensemble gehört, kann man mehr Sachen parallel angehen. Ich kann meine Zeit besser einteilen als ein Disponent, der 40 Leute koordinieren muss.

Wo wird der Schwerpunkt sein – Theater oder Film?

Bisher war es 80:20, künftig soll es 50:50 sein. Ganz ohne Theater geht es auf keinen Fall. Bei Filmen bin ich für alle guten Ideen offen.

Welches Sportprogramm planen Sie jetzt an Ihrem neuen Wohnort Berlin?

Ich werde mich erstmal im Sportstudio anmelden, denn die Rückenstärkung brauche ich bei meiner Länge und meiner schwachen Mitte. Und dann suche ich mir eine Laufstrecke im Norden von Berlin.

Können Sie sich vorstellen, noch einmal einen Marathon zu laufen?

Nein, dazu ist meine Leidenschaft beim Spielen jetzt zu stark. Ich wende die Zeit lieber auf, um zu inszenieren, zu unterrichten, etwas zu drehen oder ein Buch zu schreiben. Laufen ist für mich Lebenselixier – das muss sein, aber mir reichen drei Mal wöchentlich 12 Kilometer.

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