Olympiasieger im Judo

Ein Lauf mit Ole Bischof

Laufen gehört für Ole Bischof wie zu seinen Zeiten als Leistungssportler zum regelmäßigen Wochenprogramm.

Trainingstagebuch
Strecke: Außenalster
Ort: Hamburg
Wetter: Bewölkt, ­regnerisch
Distanz: 8 Kilometer
Zeit: 44 Minuten
Tempo: 5:30 Min./km

Ole Bischof kennt jeder als Judo-Olympiasieger des Jahres 2008. Aber spricht auch mal jemand über Ihre Silbermedaille von 2012?

Es stimmt schon: Der Olympiasieg ist ein Titel, über den alle sprechen, der zweite Platz wird schnell vergessen. Für mich persönlich war die Silbermedaille aber sehr wertvoll, weil ich mir vier Jahre später noch mal beweisen wollte, dass ich es noch einmal bringen kann.

Betreiben Sie heute noch Judo?

Ja, ab und zu gehe ich noch auf die Matte. Letztes Wochenende war ich in Ellwangen und habe vor 150 Jugendlichen und Erwachsenen ein Training gegeben. Da ­habe ich wieder gemerkt: Es ist einfach klasse, ich bin auf der Judo­matte zu Hause! Man soll ja bescheiden sein, aber ein bisschen kenne ich mich halt aus beim Judo.

Gelingt es Ihnen denn heute, Judo als Freizeitsport zu betreiben?

Ja, wobei ich merke, dass die spezielle Kraft in den Unterarmen, um den Gegner in den Griff zu bekommen, nachgelassen hat. Seit dem Karriereende sind zwar erst zwei Jahre vergangen, in der Zeit saß ich aber viel am Schreibtisch. Ich habe mich anders fit gehalten – das ist mit dem Laufen viel einfacher.

Seit wann laufen Sie?

Schon in meiner Judo-Zeit. In meiner besten Phase, so mit 22, 23, hatte ich meine anaerobe Schwelle bei einem Tempo von 4 Minuten pro Kilometer – eine sehr gute Leistung für einen Judoka. Je besser die Ausdauer, desto leichter ist es ja für einen Judoka auf der Matte. An diese Werte bin ich selbst als Olympiasieger nicht mehr herangekommen.

Nach dem Ende Ihrer Profisport-Karriere sind Sie schnell ins Berufsleben eingestiegen. Wie gelang das?

Ich habe ein abgeschlossenes Studium und arbeite jetzt bei Price­ Waterhouse Coopers in der Wirtschaftsprüfung und Beratung.

Und das hat nichts mit Sport zu tun?

Nein, rein gar nichts. Wobei alle Themen, die irgendwie mit Sport zu tun haben, dann doch wieder bei mir auf dem Schreibtisch ­landen. Da sind schon manchmal interessante Sachen dabei.

Welche Rolle spielte Ihre Gold­medaille bei der Jobvergabe?

Das Bewerbungsgespräch lief wirklich so ab, dass ich einen Stapel ­Akten auf den Tisch geknallt bekam, und dann hieß es: Schreiben Sie eine Zusammenfassung – und danach sprechen wir darüber, auf Deutsch und auf Englisch. Später, als es beim Gespräch dann ins Persönliche ging und meine Moti­vation zur Sprache kam, war natürlich auch der Sport ein Thema. Aber wer das Inhaltliche nicht mitbringt, kann noch so ein toller Sportler gewesen sein, für den hat die Firma keine Verwendung. Und ich bin da jetzt auch nicht das Maskottchen. Ich werde jeden Tag in Projekten eingesetzt.

Ein Lauf mit ...:

Ein Lauf mit Ken Duken Ein Lauf mit Johannes Strate

Interview

Ein Lauf mit Thomas Straubhaar

Wirtschaftsforscher und Universitätsprofessor Thomas Straubhaar... mehr

Interview

Ein Lauf mit Thorsten Schröder

"Tagesschau"-Sprecher Thorsten Schröder ist Ironman und... mehr

Interview

Ein Lauf mit Wolfram M. Kons

TV-Moderator Wolfram M. Kons vom Sender RTL lässt sich auch bei Regen... mehr

Interview

Ein Lauf mit Matthias Killing

Matthias Killing ist TV-Moderator beim Sat1 Frühstücksfernsehen. Er... mehr

Interview

Ein Lauf mit Christian Jürgens

Christian Jürgens ist Sterne-Koch im Restaurant Seehotel Überfahrt in... mehr

Interview mit der Olympiasiegerin

Ein Lauf mit Heike Drechsler

Heike Drechsler
Heike Drechsler, zweifache Olympiasiegerin im Weitsprung, läuft seit... mehr