Interview mit dem Sänger

Ein Lauf mit Max Giesinger

Max Giesinger ist mit seinem EM-Hit "80 Millionen" ein echter Überraschungs-Coup gelungen. Um bei seinen Auftritten fit zu sein, geht der Sänger regelmäßig laufen.

Max Giesinger

Mit seiner EM-Version des Erfolgssongs „80 Millionen“ ist Max Giesinger ein Stück gewachsen, aber nicht abgehoben.

Bild: Marcus Vogel

Trainingstagebuch
Strecke: Parkanlage ­Planten un Blomen
Ort: Hamburg
Wetter: bewölkt, 15 Grad
Distanz: 4 Kilometer
Zeit: 26:05 Minuten
Tempo: 6:30 Min./km

Dein zweites Album heißt „Der Junge, der rennt“. Da liegt es nahe, dass du auch rennst.

„Der Junge, der rennt“ ist ein ganz wichtiger Song auf meiner Platte. Er ist der letzte Track, weil er für mich mit der stärkste Song ist, der sehr genau beschreibt, was ich für ein Typ bin. Momentan bin ich ­jemand, der einfach noch nicht so ganz ankommen kann. Gerade ist so viel los, es passiert unfassbar viel, ich komme irgendwie gar nicht zur Ruhe und zur Entspannung. Jetzt gerade bin ich einfach „Der Junge, der rennt“, weil ich ­immer unterwegs bin, immer in anderen Städten, immer neue Erfahrungen mache, viel erlebe.

Das Album hat demnach also nichts mit dem Laufsport an sich zu tun. Aber du läufst doch regelmäßig?

Ja, ich laufe seit knapp zweieinhalb Monaten wieder. In Mannheim habe ich letztes Jahr damit angefangen, habe das auch relativ gut durchgezogen, bis ich dann nach Hamburg in eine Wohnung im siebten Stock gezogen bin. Dadurch wurde es mir zu aufwendig, mich zum Laufen fertig zu machen und gegenüber in den Park laufen zu gehen. Das ist immer das Problem: wieder reinzukommen, wenn man einmal aus dem Laufen raus ist. Da habe ich irgendwie den Anschluss ver­loren. Aber dann merkte ich, dass ich, wenn ich viele Festivals spiele, nicht wie ein Saftsack auf der ­Bühne stehen kann. Da muss ich fit sein und deshalb Sport ­machen. Nach zwei Läufen war ich relativ schnell wieder drin und ­hatte ­einfach wieder Bock darauf. Jetzt bin ich voll am Start und will auch dranbleiben.

Kannst du dir denn vorstellen, auch mal an einer Laufveranstaltung teilzunehmen?

Wenn ich ehrlich bin, habe ich da gar keine Lust drauf. Ich glaube, ich bin zu unfit und würde mich einfach blamieren. Weil ich als Vorletzter ins Ziel stolpern würde.

Hast du dich denn schon mal beim Laufen blamiert?

Beim Laufen? Nö. Also, was das Laufen angeht, zieht sich das eigentlich schon komplett seit meiner Kindheit durch mein Leben. Ich war in der Schule bis zur 13. Klasse immer der beste Sprinter, aber was die Langstreckenläufe anbelangt, da war ich eher nicht so gut aufgestellt. Ich hab wahrscheinlich schnellkontrahierende Muskeln, deswegen fallen mir Langstreckenläufe schwerer. Cooper-Test oder 5.000-Meter-Lauf waren früher der Horror für mich. Ich habe deswegen in der Schule auch keinen Sport-Leistungskurs gewählt, obwohl ich eigentlich ein relativ guter Allrounder bin. Das Laufen hab ich erst später kennen und lieben gelernt. Eigentlich schade, dann hätte ich mit Sicherheit ein besseres Abi gemacht, statt Sport hab ich dann Politik Leistungskurs gewählt.

Hörst du beim Laufen Musik, vielleicht sogar manchmal deine eigenen Songs?

Ich bin, nachdem ­meine Platte ­fertig war, tatsächlich mal damit ­gelaufen. Das war ein ganz toller Moment, weil ich wirklich während des Laufens abschaltete und so das Album quasi ‚von außen‘ betrachten konnte. Das war ein komisches, aber auch gutes Gefühl.

Anlässlich der Europameisterschaft hast du von deinem Hit „80 Millionen“ eine EM-Version herausgebracht. Wie bist du auf die Idee gekommen?

Es haben mich viele Leute darauf angesprochen, ob "80 Millionen“ jetzt der Fußballsong wird, weil sie schon in der Originalversion eine Art Fußballhymne gehört hatten. Da habe ich mir gedacht, okay, ich bin auch ein großer Fußballfan, und habe halt drei, vier Zeilen geändert, sodass es noch charmant war. Ich habe bewusst den Fokus auf die Leute gelegt, die mitfiebern, und dann ging das so dermaßen durch die Decke, dass wir auf eins mit der Single waren. Es ist schon unglaublich, was da passiert ist. Aber so kann’s gern weitergehen.

Spielst du denn auch selber Fußball?

Nicht im Verein, aber im Sommer kicke ich schon mal auf der Wiese. Früher habe ich in den Jugendmannschaften gespielt, jedoch war ich leider mehr so ein Schönwetter-Kicker. Mir war das zuwider, im Regen aufm Platz rumzustehen. Das heißt, ich habe nicht die perfekten Voraussetzungen mitgebracht für die Fußballerkarriere. Ich habe dann aber relativ schnell gemerkt, das Musikding, das ist es. Da bin ich wirklich gut drin.

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