Der Moderator

Ein Lauf mit Marco Schreyl

Marco Schreyl, Moderator, war früher Leistungssportler. Heute läuft er nur noch für den Gesamteindruck.

Trainingstagebuch:
Strecke: Mainufer, Frankfurt
Wetter: 10°C, sonnig, windig
Distanz: 10 Kilometer
Tempo: 6:00 min/km

RUNNER'S WORLD: Wie sieht bei Ihnen als ehemaliger 400-Meter-Läufer und Bobfahrer heutzutage das Training aus?
Marco Schreyl: Für die 400 Meter brauche ich heute statt 50 Sekunden eine halbe Ewigkeit. Aber dafür ist mein Training vielseitiger: Ich laufe, schwimme, fahre Rad und mache Kraftübungen. Laufen nutze ich meist zum Aufwärmen. Zu ­einer richtigen Joggingrunde komme ich nur alle zwei Wochen. Ich halte mich dann an die Regel, immer mehr als 30 Minuten zu laufen. Denn: Wenn das T-Shirt nicht ein bisschen verschwitzt ist und die Schuhe nicht ­etwas müffeln, ist das für mich ein Zeichen dafür, dass ich nicht richtig
trainiert habe. Ich trainiere aber nie, wenn ich keine Lust dazu habe.

Wie wichtig ist Sport für Ihre Arbeit?
Sport ist für den Gesamteindruck gut, sowohl im Leben als auch während der Arbeit. Ohne Sport könnte ich nicht funktionieren. Nur samstags, wenn ich „Deutschland sucht den Super­star“ moderiere, trainiere ich nie. Danach wäre ich zu müde für
den langen Tag. Aber am Sonntag habe ich immer das Bedürfnis, mich zu bewegen. Dann treffe ich mich mit meinem Laufpartner zu einer lockeren Runde und quatsche ein bisschen.

Laufen Sie immer mit Begleitung?
Laufen hat für mich etwas Soziales. Meistens wähle ich mein Tempo nach dem Motto „Laufen ohne zu schnaufen“. Dabei kann man sich gut unterhalten. Auf meiner Kölner Runde bin ich nie allein unterwegs. Und wenn ich in Frankfurt bin, wo ich für HR 1 moderiere, nutze ich das Laufband im Fitness-Studio. Dabei tausche ich mich auch mal mit der Frau neben mir über Käsekuchenrezepte aus.

Ihr prägendstes Lauferlebnis?
Ich war schon in vielen typischen Hundesituationen. Ich finde es immer wieder unverschämt von Hundebesitzern, wenn die große, schwere Hunde auf einen zurennen lassen und sagen: „Der tut nix, der will nur spielen.“ Aller­dings habe ich die Furcht vor ­denen verloren, und ich weiß, dass ich keine Angst zu haben brauche.

Haben Sie schon an Wettkämpfen teilgenommen?
Ja, an einem 10-Kilometer-Lauf in Berlin. Ich habe 48 Minuten gebraucht und dabei einen meiner Laufpartner zerschlissen. Ich wollte eigentlich nur unter einer Stunde bleiben, doch dann hat mich der Ehrgeiz gepackt. Danach habe ich mich auch buchstäblich wie tot gefühlt und konnte mich eine Woche lang nicht bewegen.

Wie kommt es, dass Sie als ehe­maliger Sportmoderator nun Formate wie „Deutschland sucht den Superstar“ moderieren?
Das ist eine Sache von Angebot und Nachfrage. Ich bin zu RTL gewechselt, und da ist das Sportangebot anders. Wir übertragen kein Bobfahren oder Biathlon. Früher habe ich Boxen moderiert, das macht aber hier ein lieber Kollege, Florian König. Sicherlich wäre es spannend, in dem Team dabei zu sein, aber das überschneidet sich oft mit DSDS. Somit bleibt nicht viel Zeit übrig. Das bedeutet aber nicht, dass ich nie wieder Sport moderiere.

Das Interview führte Ann-Christin-Cordes.

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