Gastronom im Interview

Ein Lauf mit Marc Ciunis

Hotelier und Gastronom Marc Ciunis wurde von Frank Hofmann beim Lauf durch Hamburg interviewt.

Trainingstagebuch
Strecke: Park „Planten un Blomen“, Reeperbahn
Wetter: sonnig, 10 Grad
Distanz: 8 Kilometer
Zeit: 46 Minuten
Tempo: 5:45 Minuten/Kilometer
Herzfrequenz (ø/max): 147/165

Wie sind Sie zum Läufer geworden?
Ich war vor fünf Jahren 30 Kilo schwerer. Irgendwann stand ich vor dem Spiegel und dachte: So geht’s nicht weiter. Dann habe ich ange­fangen zu laufen, anfangs immer 500-Meter-weise. Zu Hilfe kam mir, dass auch meine Frau damals mit dem Laufen anfing und ich sie keinesfalls abends allein joggen lassen wollte.

Und wie lange haben Sie dann für die 30 Kilo gebraucht?
Anderthalb Jahre. Seitdem geht’s immer mal auf und nieder.

Seit wann laufen Sie nicht mehr um abzunehmen, sondern weil die Begeisterung Sie gepackt hat?
Nach ungefähr einem Jahr habe ich gemerkt: Ich bin schlecht drauf, wenn ich morgens nicht gelaufen bin. Von da ist der Schritt zum ersten Wettkampf nicht mehr so wahnsinnig weit. Zumal ich auch viel mit meinen Gästen über das Laufen gesprochen habe und die mir dann oft von ihren Halb- und Marathons erzählt haben.

An welchen Wettkämpfen haben Sie bisher teilgenommen?
Der erste war der Blankenese-Halbma­rathon 2003. 2004 bin ich den Marathon in Berlin gelaufen, 2005 und 2006 den Hamburg-Marathon, 2007 New York. Am härtesten war 2006 der Medoc-Marathon in Bordeaux: 33 Grad im Schatten und unterschiedliche Bodenbeläge – der ­reinste Horror, obwohl ich an den Verpflegungsstellen keinen Rotwein getrunken habe.

Was ist Ihre Bestzeit und wie ­trainieren Sie?
3:58 Stunden für den Marathon. Ich laufe nur nach Gefühl. Eine Zeitlang habe ich mit dem Ex-Triathleten Alexander Hildebrandt trainiert, der jetzt unseren neuen „East Sporting & Spa“-Bereich leitet, einen der exklusivsten Fitnessclubs der Stadt.

Wie findet ein vielbeschäftigter Hote­lier wie Sie die Zeit zum Laufen?
Ich laufe, wenn sich die Gelegenheit dazu bie­tet. Manchmal auch zweimal am Tag. Wegen unserer vielen Aktivi­täten führe ich oft anstrengende Verhandlungen. Habe ich zwischendurch mal eine Stunde Zeit, springe ich in die Lauf­klamotten, bin 45 Minu­ten unterwegs, dusche und bin für den nächsten Termin topfit. Ich gehe dann das neue Ge­spräch ohne Vorbelastungen aus dem vorherigen Termin an. Ein besseres Erfolgs­rezept kenne ich nicht. Davon habe ich auch schon
einige Mitarbeiter überzeugen können. Seitdem haben wir sogar eine kleine Hotel-Laufgruppe.

Ihre Routen vom Hotel führen erst mal über den Kiez. Stört Sie das?
Überhaupt nicht. Im Gegenteil: Ich gucke mir wahnsinnig gern Menschen an. Das ist das Einzige, womit ich mich während des Laufens beschäf­tige. Einsam durch den Wald zu laufen wäre nicht mein Ding.

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