Beim Laufen wird der Geist frei

Ein Lauf mit Katrin Göring-Eckardt

Frank Hofmann interviewte die Vizepräsidentin des Bundestags beim Lauf um die Spree.

Katrin Göring-Eckardt

Katrin Göring-Eckardt

Bild: Online Team www.ekd.de / wikipedia

Trainingstagebuch
Strecke: Berlin, Spreeufer
Wetter: wechselnd bewölkt, 6 Grad
Distanz: 5 Kilometer
Zeit: 30 Minuten
Tempo: 6:00 Min./Km

Wir starten hier am Marie-Elisabeth-Lüders-Haus, in dem für die Abgeordneten auch ein Laufband steht. Waren Sie da schon einmal drauf?
Ich habe es versucht, als tagelang Glatteis war. Aber es war schrecklich. Ich laufe lieber draußen.

Was ist Laufen für Sie – eher Sport, Entspannung oder Meditation?
Eine Mischung aus Meditation und Entspannung. Ich habe damit angefangen, als die Kinder noch klein waren, ich in die Politik kam und ich wenigstens eine kleine Zeit nicht erreichbar sein wollte. Beim Laufen bin ich ganz für mich. Im Lauf der Zeit habe ich entdeckt, dass dabei auch ganz gut Reden entstehen oder Gedanken weiterentwickelt werden können. Aber das hat ein bisschen gedauert, denn zu Anfang war ich fast 20 Kilo schwerer als heute.

Wie lange haben Sie für die 20 Kilo gebraucht?
Zwei Jahre etwa. Aber das ging einher mit einer anderen Ernährung. Ich war in den Bundestag gekommen und überall stand Essen herum. Ich musste lernen, dass man das nicht alles aufessen muss. Ansonsten: weniger Fleisch, viel Obst und Gemüse, kaum Alkohol – eigentlich ganz klassisch, und ohne Diät-Coach.

Wie sieht heute Ihre wöchentliche Laufroutine aus?
Ich versuche, an sechs Tagen pro Woche zu laufen, dafür stelle ich mir auch in Sitzungswochen den Wecker sehr früh. 30 bis 40 Minuten laufe ich an Arbeitstagen, am Wochenende eine Stunde.

Da kommen Sie ja ungefähr auf 40 Kilometer!
Das kann hinkommen. Ich messe aber mein Tempo nicht. Ich weiß nur, dass meine Arbeitsweise im Job – in wenig Zeit viel schaffen – beim Laufen nicht vernünftig ist. Ich habe mühsam gelernt, langsamer zu laufen.

Laufen Sie lieber in Berlin oder in Ihrer thüringischen Heimat Ingersleben?
Schwer zu sagen. In Berlin laufe ich gerne am Lietzensee, aber in der Stadt sind immer viele Nebengeräusche. Zuhause höre ich nur die Hummeln und die Vögel. Ansonsten laufe ich auch gerne an Flüssen entlang – bei Dresden an der Elbe zum Beispiel, das ist schon etwas Besonderes. Das sage ich nicht nur, weil ich von der Dresdener Oberbürgermeisterin Helma Orosz ein Laufshirt bekommen habe, als ich Präsidentin des evangelischen Kirchtags 2011 wurde.

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