Nichts geht über einen Kaiserschmarrn

Ein Lauf mit Jonathan Wyatt

Urs Weber war mit dem 7-fachen Berglauf-Weltmeister Jonathan Wyatt in Frankreich unterwegs.

Jonathan Wyatt

Es muss nicht immer ein Berg sein. Jonathan Wyatt ist auf jedem Laufuntergrund zu Hause.

Bild: Urs Weber

Trainingstagebuch
Strecke: Bedoin, Frankreich, am Fuße des Mt. Ventoux
Wetter: 20 Grad Celsius, sonnig
Distanz: 12 Kilometer
Zeit: 54 Minuten
Tempo: 4:30 Min./Km

Sie haben an drei Olympischen Spielen teilgenommen, 1996 als 16. im 5.000-m-Lauf, 2000 und 2004 sind Sie beim Marathon gestartet, belegten in Athen sogar den 21. Platz, wie kamen Sie dann zum Berglauf?
Das Berglaufen kam schon viel früher. Ich habe eigentlich als Crossläufer im Verein angefangen, und ich war immer einer der Stärksten, wenn es bergauf ging. Wir hatten eine sehr starke Laufgruppe damals in Wellington in Neuseeland, wo ich groß geworden bin. Das ist eine sehr hügelige Stadt, es geht ständig bergauf oder bergab, da hast du gar keine andere Wahl, als Berge zu laufen!

Dennoch kamen Sie erst spät zu Berglauf-Wettkämpfen?
Ehrlich gesagt kannte ich gar keine Bergrennen. Wir sind halt damals im Winter Cross gelaufen, und im Sommer hatten wir auf der Bahn Wettkämpfe. Allerdings war ich auf der Bahn nie der Schnellste.

Gibt es unterschiedliche Qualitäten, die ein Trail- und Crossläufer mitbringen muss als der Bahnläufer?
Nein, grundsätzlich eigentlich nicht. Beim Trailrunning braucht man vielleicht mehr Aufmerksamkeit.

Wie würden Sie die unterschiedlichen Läufertypen auf der Bahn und beim Trailrunning beschreiben?
Hm, schwer zu sagen. Vielleicht ist der Unterschied wie sonst bei den Menschen auch: Einige sortieren ihre Sachen lieber penibel geordnet in Kisten, andere sind etwas freier. Auf der Bahn lässt sich halt alles sehr akkurat messen, vergleichen. Das geht beim Berg- oder Traillaufen nicht.

Machen Sie einen Unterschied zwischen Trail- und Berglauf?
Nein, zumindest in Deutschland und Österreich nicht. Beim Berglauf sind vielleicht die Anstiege steiler. Trailrunning dagegen kann alles sein.

Mussten Sie bei Ihren ersten Bergwettkämpfen viel dazulernen?
Oh ja! Ich bin viel zu schnell losgelaufen. Ich dachte: „Hm, das sind aber nicht so gute Läufer hier!“ Bis zur ersten Steigung.

Sie sind 5.000 Meter in 13:27 Minuten gelaufen, Marathon in 2:13:00 Stunden und halten z. B. den Streckenrekord beim Jungfrau-Marathon: Was ist Ihre größte läuferische Leistung?
Bei diesen drei genannten Leistungen würde ich sagen die Jungfrau-Zeit (2:49:01 Stunden, d. Red.). Im Marathon auf der Straße hatte ich nie ein richtig perfektes Rennen, mein bestes war vielleicht in Athen 2004. Ich bin eher ein Meisterschaftsläufer, ich mag den direkten Vergleich.

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