Flotte Sterneköchin

Ein Lauf mit Cornelia Poletto

Cornelia Poletto ist junge Sterneköchin und Läuferin. Florian Zinnecker lief mit ihr um die Alster.

Trainingstagebuch
Strecke: Hamburg, Außenalster
Wetter: sonnig, 20 Grad
Distanz: 7,5 Kilometer
Zeit: 51 Minuten
Tempo: 6:48 Min./Kilometer
Herzfrequenz (ø/max): 164

Runner's World: Können Köche Läufer sein?
Klar. In meinem Freundeskreis gibt es sehr viele Köche, die gemerkt haben, dass das Laufen für sie ein gu­ter Ausgleich ist. Unser Beruf bedeutet ja auch ein permanentes Stehen. Ich selbst hatte lange das klassische Frauenproblem, dass sich gern mal Wasser in meinen Füßen eingelagert hat. Seit ich regelmäßig laufe, pas­siert das aber nicht mehr. Außerdem ist mir aufgefallen, dass ich früher oft fünf Tage hintereinander überhaupt nicht draußen war. Immer nur diese ewige Küchenluft – das ist natürlich alles andere als gut und gesund.

Sie kochen also schon länger als Sie laufen?
Ich laufe erst seit einem guten Jahr. Bis vor ein paar Wochen hatte ich noch nicht mal richtige Laufsachen, meine Freundin Friederike hat des-halb schon mit mir geschimpft. Sie sagt auch: Komm, du brauchst jetzt mal eine Puls­uhr, dann kannst du erst richtig los­legen. Das reizt mich natürlich schon. Auch wenn ich des­halb nicht gleich sage: Der nächste Marathon ist meiner.

Wie oft und wie lange sind Sie unterwegs?
Ich mache das abhängig von meiner Tagesform. Denn es ist ja so: Wenn ich um ein Uhr nachts ins Bett komme, dann ist das früh. Um halb sieben muss ich wieder aufstehen – das sind einfach zu wenig Stunden. Aber das Schöne am Laufen ist, dass ich darauf Rücksicht nehmen kann – weil ich nicht unbedingt einen Trainingsplan durch­ziehen muss: Auf meiner Haus­strecke kann ich mir selbst einteilen, wie weit ich laufe. Meistens bin ich zwei- oder dreimal in der Woche eine halbe bis eine ganze Stunde unter­wegs. Und sonntags laufe ich mit meiner Freundin Friederike.

Hat sich der Sport auf Ihren Kochstil ausgewirkt?
Es gibt seit ein paar Jahren allgemein den Trend, leichter zu kochen – nicht zuletzt, weil die Köche selbst körperbewusster geworden sind und größten­­teils auch Sport treiben. Mein Kochstil war schon immer eher mediterran, mit weniger schweren Zutaten. Ein Stück bewusster bin ich natürlich geworden, nicht unbedingt nur durch das Laufen. Ich muss einfach auf ­meinen Körper aufpassen – nicht weil ich besonders eitel wäre, sondern weil mir einfach mein Job schwerer fällt, wenn ich mehr wiege als das, was ich aktuell wiege. Trotzdem: Ich bin nach wie vor ein absoluter Genussmensch. Es gibt kaum einen Abend, an dem ich nach der Arbeit nicht noch ein Glas Wein trinke.

Was denken Genussmenschen beim Laufen?
Wenn ich allein bin, eigentlich gar nichts. Ich genieße das sehr: mal nicht über Küche, Familie und all diese Geschichten nachzudenken, sondern einfach langsam zu laufen, einzuatmen, die Luft zu genießen – und etwas für mich selbst zu tun.

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