Vorstandsvorsitzender der Barmer

Ein Lauf mit Christoph Straub

Christoph Straub trägt als Vorstandsvorsitzender der Barmer Verantwortung für 9,4 Millionen Versicherte. Die Kraft dafür holt er sich beim Laufen.

Christoph Straub

Christoph Straub tankt ­morgens beim Laufen Kraft für den Tag.

Bild: Neumann und Rodtmann

Trainingstagebuch
Strecke: Tiergarten
Ort: Berlin
Wetter: Sonnig, 17 Grad
Distanz: 6 Kilometer
Zeit: 35:20 Minuten
Tempo: 5:55 Min./km

Sie sehen aus, als würden Sie Ihr ganzes Leben schon laufen.

Ich war nie der ganz große Sportler, aber ich bin tatsächlich schon zum Ende meiner Schulzeit regelmäßig gelaufen, auch mit den Ambitionen, mal einen Marathon mitzulaufen. Doch dann kam eine lange Phase, in der ich kaum Sport getrieben habe. Der Klassiker halt: die berufliche Karriere, Familiengründung, Hausbau waren wichtiger.

Aber Sie haben den Wieder­einstieg geschafft. Hatten Sie dabei Unterstützung oder gab es ­einen bestimmten Moment, in dem Sie beschlossen haben, wieder zum Läufer zu werden?

Ich habe sehr viel gearbeitet, wurde mit jedem Kind, das kam, ein bisschen dicker, und habe mir dann ­irgendwann mein Herzinfarktrisiko ausgerechnet. Und da hatte ich schon ein Fünf-Prozent-Risiko für die nächsten zehn Jahre… 

Was waren die Konsequenzen?

Ich dachte, jetzt hast du zwei Möglichkeiten: Entweder du fängst an, Medikamente zu schlucken, oder du tust etwas für die Gesundheit und reduzierst das Gewicht. Und so habe ich angefangen zu laufen.

Wie lief der Einstieg?

Ich habe eine Laufbandanalyse ­gemacht, mir ein gutes Paar ­Laufschuhe zugelegt und bin einfach losgelaufen und gelaufen, ­gelaufen, gelaufen. Anfangs natürlich ­langsam, dann immer weiter und ­immer schneller. Und irgendwann dann auch einen Marathon.

Welcher war ihr erster?

Der Hamburg-Marathon. Und dann kam jedes Jahr ein weiterer Marathon dazu: Frankfurt, Berlin, New York. Alle immer so knapp über 4:00 Stunden.

Eigentlich hat man doch in ihrer Position keine Zeit zum Laufen.

An sich nicht, allerdings.

Aber?

Ich habe mir gesagt: Du kannst sechs bis sieben Stunden schlafen und nicht laufen oder fünf bis sechs Stunden schlafen und eine Stunde laufen. Und so mache ich es.

Aber Sie sind viel unterwegs, fällt da das Laufen aus?

Ich habe immer eine Laufgarnitur im Koffer dabei. Und daraus resultieren auch meine schönsten Lauf­erfahrungen. An jedem Ort, an dem ich unterwegs bin, versuche ich morgens zu laufen. Ob Berlin, Frankfurt, Paris, London – alles wunderbare Erlebnisse.

Zum Schluss: Was macht für Sie den Wert des Laufens aus?

Es sind zwei Dinge: Man spürt so unmittelbar, wie man drauf ist: Ich ziehe die Laufschuhe an, laufe zehn Meter und weiß, wie es mir heute geht. Und das Zweite: Ich komme einfach raus – raus aus dem Büro, der Arbeit – und ich komme zu mir selbst. Das ist sehr zu empfehlen.

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