Ein Lauf mit ...

Ein Lauf mit Christian Träsch

Christian Träsch ist Profifußballer und läuft in jedem Spiel elf bis zwölf Kilometer. Laufen ist für ihn Regeneration.

Trainingstagebuch
Strecke: um den Allersee, Wolfsburg
Wetter: wolkig, 12 Grad
Distanz: 6 Kilometer
Zeit: 35 Minuten
Tempo: 5:50 min/km

Heute ist Ihr trainingsfreier Tag und wir laufen Ihre Hausrunde. Es macht Ihnen offenbar Spaß, oder?
Das ist für mich Regeneration, und ich laufe wirklich gern, auch privat. Die Strecke führt immer am Wasser entlang, und es ist einfach schön, in der Natur zu sein. Beim Laufen kriege ich den Kopf frei, da bin ich für mich und muss nicht voll konzentriert sein. Meist laufe ich mit Musik, oder meine Frau begleitet mich auf dem Rad.

Sie schwärmen ja! Wären Sie vielleicht Läufer geworden, wenn es mit dem Fußball nicht geklappt hätte?
(lacht) Gute Frage, zum Glück musste ich mir darüber nie Gedanken machen. Ich habe schon immer Fußball gespielt. Das ist eben das, was ich wirklich kann und am liebsten mache.

Wie viele Laufkilometer kommen während eines Spiels zusammen?
Die Fans meinen ja immer, wir würden nur kurz rennen. Aber es sind doch immerhin elf bis zwölf Kilometer. Das ist nicht so wenig, oder?

Genug für ein Langstreckenrennen. Haben Sie schon mal an einer Laufveranstaltung teilgenommen?
Bis jetzt nicht.

Aber es reizt Sie?
Ja, aber nur, wenn ich Zeit für eine richtige Vorbereitung hätte. Wenn ich ein Rennen laufe, will ich auch schnell sein. Mein Ziel wäre, den Halbmarathon in 1:30 Stunden zu schaffen.

Dafür ist schon ein gezieltes Lauftraining erforderlich. Wie sieht zurzeit eine normale Woche bei Ihnen aus?
Wir trainieren sechs Tage pro Woche mit der Mannschaft, an zwei Tagen zweimal. Meist gehen wir morgens in den Kraftraum und später auf den Platz. Dazu kommen Massagen, Kälte- und Wärmebäder. Ich gebe auch sonst gut auf mich acht, schlafe viel und esse gesund. Das gehört dazu, um in der Saison immer topfit zu sein und gute Leistungen zu bringen.

Läufer haben während eines Rennens den Tunnelblick. Was bekommen Sie vom Spielfeldrand mit?
Meist tatsächlich nicht viel. Ich nehme die Fans wahr, wenn wir auf den Platz laufen oder uns feiern lassen können, weil wir ein Tor geschossen haben. Sonst ist man sehr konzentriert und fokussiert auf die Mannschaft und vor allem auf den Gegner.

Ihre Karriere von der dritten Liga zum Profi verlief rasant. Welchen Fußballtraum haben Sie noch?
Einen Traum habe ich mir erfüllt: Ich wollte schon als Kind immer unter ­Felix Magath spielen. Das hat mit dem Wechsel nach Wolfsburg geklappt. Es ist natürlich ein großer Wunsch, weiterhin erfolgreich in der Bundesliga zu spielen und bei der EM für Deutsch­land auf dem Platz zu stehen.

Wie stecken Sie Niederlagen weg und was motiviert Sie neu?
Reden! Meine Frau findet immer die richtigen Worte und ist eine wichtige Stütze für mich. Und ich habe gelernt, Situationen schnell abzuhaken: Ich blicke nicht zurück. Vergangenes kann ich nicht mehr ändern, ich kann es nur beim nächsten Mal besser machen.

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