Rapper der Band Blumentopf

Ein Lauf mit Cajus Heinzmann

Rapper Cajus Heinzmann genießt seine Bergläufe am heimischen Walchensee. Mit uns lief er zwei Stunden durch sein Laufrevier.

Trainingstagebuch
Strecke: Herzogstand
Wetter: Bedeckt, 1 Grad, vereiste Wege
Distanz: 15,5 Kilometer
Höhenmeter: 968
Zeit: 120 Minuten
Tempo: 7:44 min./km

Entschuldigung, aber warum laufen wir hier gerade den steilsten Anstieg der ganzen Gegend rauf?

Cajus Heinzmann:
Weil ich bis vor kurzem selber nicht daran geglaubt habe, dass ich das, was wir hier gerade machen, überhaupt mal schaffen kann. Und ich bin ein Typ der schon immer so ein bisschen eine Challenge braucht. Und das war definitiv eine: „So, du fängst jetzt wieder an zu Laufen, wirst fit, und rennst dann den Berg hinterm Haus rauf. Keine Ausreden, los geht’s!“

Womit begann Ihre Lauf-Challenge eigentlich?

Cajus Heinzmann:
Ich lief bereits, als ich noch in der Stadt, in München lebte. Aber da joggte ich immer nur rund um die Theresienwiese: Zweimal, dreimal, viermal rum… Meist mit Musik im Ohr, weil es doch eher langweilig war. Dann bin ich im Jahr 2011 mit meiner Frau raus an den Walchensee gezogen. Wir pachten hier das „Strandcafe Bucherer“ und bewirten im Sommer Gäste in unserem Garten. Mein sportlicher Nachbar schwärmte immer von seinen Läufen in, sagen wir mal „rustikalerem Gelände“. Denn wenn man sich umschaut, ist man nur von Bergen umringt. Also fing ich mit dem Berglaufen an. Hilft ja nix! (grinst)

Und wie lange hat es gedauert, bis Du oben warst?

Cajus Heinzmann:
Ich dachte im Januar, als ich anfing in den Bergen zu laufen, dass ich dann vielleicht im Herbst irgendwann mal oben am Gipfel ankommen könnte. Aber dann dauerte es keine vier Wochen und ich stand zum ersten Mal ordentlich schnaufend vor dem Gipfelkreuz, hab es geküsst und die Arme jubelnd hochgerissen. Ich würde mal sagen, das war so etwas wie meine persönliche Mondlandung!

Und dann bist Du mit der Herzogstandbahn wieder runter gefahren?

Cajus Heinzmann:
Ganz ehrlich, mit der Bahn runter fahren „is no option“! Anfangs war ich bergab sehr vorsichtig und eher im Joggingstyle unterwegs, aber mittlerweile habe ich gelernt, mit etwas Technik und dem richtigen Rhythmus es einfach laufen zu lassen. Gewöhnlich stehe ich oben am Gipfel, rufe kurz meine Frau an und sage ihr, dass ich in 30 Minuten bei ihr bin und dann heißt es: Runterheizen bis vor die Haustür am See!

Sie sind Rapper, Sie schreiben Texte und stehen bei vielen Live-Acts auf der Bühne. Profitieren Sie bei Ihrem Job von der neu gewonnen Fitness?

Cajus Heinzmann:
Unser Techniker meinte mal, dass ich bei gleichem Kraftaufwand fast doppelt so laut geworden bin. Also ja, vielleicht habe ich mehr Puste bekommen. Wir sind jetzt im März und April mit TEXTA auf der TNT - TRAUMATIK TOUR 2.0 und ich merke in jedem Fall, dass ich mehr Power und Ausdauer habe. Aber das ist nicht der Hauptgrund, warum ich laufe. Beim Laufen entstehen jetzt auch nicht meine Texte, aber ich finde hier am Berg sicherlich den notwendigen Ausgleich, um kreativ bleiben zu können.

Schauen Sie beim Laufen auf die Uhr?

Cajus Heinzmann:
Nicht wegen irgendwelcher Zeiten oder Rekorde. Ich habe aber einen riesigen Spaß daran, neue Trails zu erkunden und das ganze Gelände hier im Kopf zu kartografieren. Ich gebe den einzelnen Gebieten Namen: Der Garten ist gleich hinter dem Haus, der Hang zum See ist das G`sicht, der Wanderweg dazwischen der Gartenzaun und dann kommt der Vorgarten. Ich habe noch viel vor: Die heiligen drei Könige wollen mal an einem Tag bestiegen werden – Jochberg, Herzogstand und Heimgarten. Und da hinten die Soiernspitze hat es mir auch angetan. Siehst Du da drüben den markanten Berg mit der geometrischen Form? ...und überall gibt es Trails!

Dann brauchen Sie auch keine Ziele in Form von Wettkämpfen?

Sag niemals nie! Aber im Augenblick reizt es mich nicht, mich bei einem 10-Kilometer-Lauf mit anderen zu messen oder einen Marathon zu laufen. Für mich ist es eine Herausforderung, wenn ich trotz Wind und Wetter mein Vorhaben in die Tat umsetze und einen Gipfel ohne Geh- oder gar Stehpausen erklimme. Dann stehe ich da oben und bin rundum glücklich und zufrieden. Ich bin in der Tat ein Typ, der sich immer Ziele setzt. Von daher kann ich mir schon vorstellen, dass ich noch in ganz andere läuferische Dimensionen vorstoße. Allerdings bin ich im Moment noch mit der Erkundung meines Gartens beschäftigt und das reicht noch für ein paar Jahre Motivation.

Wenn Sie dann auf Tour sind, laufen Sie aber nicht, oder? Da sind ja keine Berge.

Cajus Heinzmann:
Doch, doch. Gerade auf Tour muss man so viel Zeit mit Warten verbringen. Vor dem Soundcheck, nach dem Soundcheck oder bis zum Auftritt. Die Zeit nutze ich gerne, um eine Runde zu joggen. Das ist erholsam, ich sehe was von der Gegend, in der wir gerade sind und ich mache mich fit für den bevorstehenden Auftritt.

Laufen die anderen Bandmitglieder auch?

Cajus Heinzmann:
Die sind schon auch sportlich, aber ich bin der einzige Läufer. Die anderen skaten, surfen, gehen ins Fitness Studio oder dann doch nur ins Kino. (grinst). Schu ist noch ein bisschen am Laufen, aber der steckt noch so im Stop and Go Verkehr in dem ich auch lange Zeit war.

So, wir sind oben. Sie sind echt stark! Das war die Arbeit und nun kommt das Vergnügen, was?

Cajus Heinzmann:
Auf geht’s ins Tal, einfach dem Crossus hinterher. Schnell, wir haben keine Zeit, ich muss doch auf Tour. Wir spielen Anfang März in Österreich und sind dann ab Mitte März in ganz Deutschland unterwegs. Wenn Du vor mir unten bist, schenke ich Dir ein Ticket für das Konzert am 10. April in München.

Na, dann! Ich bin dann mal weg… Vielen Dank schon mal für diesen besonders coolen Lauf.

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