RTL-Moderatorin

Ein Lauf mit Birgit Gräfin von Bentzel

Tiere faszinierte die RTL-Moderatorin Birgit Gräfin von Bentzel schon immer. Beim Interview liefen außer ihr noch Hund Rex und Hengst Shitan mit.

Trainingstagebuch
Strecke: Bergisches Land
Wetter: sonnig, 22 Grad
Distanz: 10 Kilometer
Zeit: 57 Minuten
Tempo: 5:42 min/km

Was ist bei Ihnen tiefer verwurzelt: die Liebe zum Tier oder die Liebe zum Sport?

Birgit Gräfin von Bentzel
: Beides wurde mir in die Wiege gelegt. Ich konnte mit vier schwimmen, mit drei saß ich auf dem Pferd. Mich faszinieren Tiere schon immer. Sie nehmen einen so, wie man ist – egal, wie man aussieht, egal, wie man drauf ist. Du darfst Du sein. Und was den Sport betrifft: Ich war schon als Kind immer wild. Ich wollte nicht laufen, ich wollte rennen. Mit den Tieren Sport zu machen, ist deshalb für mich die perfekte Kombination.

Und wer ist beim gemeinsamen Lauf schwieriger zu führen: Hund Rex oder Hengst Shitan?

Birgit Gräfin von Bentzel
: Ich bin erstaunt, wie toll Shitan das macht. Rex muss immer „Zeitung lesen“. Er zieht mich immer dahin, wo er gerade was Spannendes riecht. Aber Shitan musste das an der Leine gehen auch erst lernen.

Sie waren mit Rex ja auch beim VIP-Hundeprofi Martin Rütter. Haben Sie da noch etwas lernen können?

Birgit Gräfin von Bentzel
: Ja, ich habe sehr viel gelernt – auch wenn es nur Kleinigkeiten waren. Rex kann jetzt perfekt apportieren und unsere Bindung ist noch enger geworden.

Wer bestimmt in Ihrem Dreiergespann aus Mensch, Hund und Pferd die Laufroute?

Birgit Gräfin von Bentzel
: Das ist eine Kombination. Ich mache mir Gedanken über die Länge der Strecke. Dabei denke ich natürlich vor allem an Rex, er ist ja schon ein bisschen älter. Dann muss ich überlegen: Auf welcher Koppel stehen heute die Stuten? Da möchte ich mit Shitan nicht vorbeilaufen, vor allem nicht, wenn eine rossig ist. Wenn er das riecht, wiehert er so laut, dass die Leute denken: Was ist denn da los?

An welcher Stelle in Ihrer Sport-Hitparade steht das Laufen? Sie waren mal Speerwerferin, Leistungsschwimmerin – und auf Ihrer Homepage sieht man Sie auch begeistert Wasserski fahren.

Birgit Gräfin von Bentzel
: Laufen finde ich so toll, weil man es überall machen kann. Wenn ich beruflich unterwegs bin, sind die Laufschuhe immer dabei. Sogar auf dem Kreuzfahrtschiff habe ich auf dem obersten Deck schon meine Runden gedreht. Laufen ist einfach umzusetzen, ist pur und effektiv. Wenn man mal wie ich Leistungssport im Bundeskader betrieben hat, dann kann man nicht einfach damit aufhören. Laufen ist eine schöne Art, fit zu bleiben – und ich kann dabei die Natur genießen.

Sie leben hier im Bergischen ja wirklich im Paradies. Sind Sie ein „Landei“?

Birgit Gräfin von Bentzel
: Ich liebe zwar die Natur und lebe darin, aber ich liebe auch große Spektakel: die Stadt, die Empfänge, die Galas. Hier zu leben und Köln in einer halben Autostunde erreichen zu können, ist die perfekte Mischung für mich.

Sind Wettkämpfe beim Laufen noch ein Thema für Sie?

Birgit Gräfin von Bentzel
: Ich habe mich schwer damit getan, den Kampfgeist beim Sport abzulegen. Erst habe ich das gar nicht bemerkt, bis mein Squashpartner mir sagte: „Sei doch nicht so ehrgeizig, wir wollen doch nur ein bisschen Spaß haben.“ Inzwischen sehe ich das entspannter. Beim Women’s Run in Köln allerdings, den ich mit einer Freundin lief, hat es mich schon gefuchst, dass mich einige überholt haben. Irgendwann bin ich dann doch so schnell gelaufen, wie es ging.

Ihre Kollegen Ulrike von der Groeben und Peter Kloeppel sind Marathonläufer – wann darf man Sie im Club begrüßen?

Birgit Gräfin von Bentzel
: Ich habe sogar schon mal angefangen darauf zu trainieren – ein Halbmarathon sollte der erste Schritt sein. Dann hatte ich aber einen Unfall mit einem Pferd, bei dem mein Sprunggelenk verletzt wurde. Ganz geheilt ist das noch nicht: Wenn ich zu lange laufe, humpele ich am nächsten Tag. Da es aber immer ein bisschen besser wird, kann der Marathon noch kommen.

Kennen Sie das Tier „innerer Schweinehund“?

Birgit Gräfin von Bentzel
: Ja, klar! Zum Beispiel, wenn es kalt ist, regnet oder schneit. Aber dann sind da meine anderen Tiere – und die treiben mich raus.

Es ist bald 40 Jahre her, dass mit Carmen Thomas erstmals eine Frau eine Sportsendung im Fernsehen moderierte. Ist es heute eine Selbstverständlichkeit – oder begegnen Ihnen manchmal doch noch versteckte Vorurteile?

Birgit Gräfin von Bentzel
: Ich denke es hilft für die Akzeptanz auch unter männlichen Kollegen, wenn man selber mal Sport gemacht hat. Nur beim Fußball oder bei der Formel 1 hat man gerne noch Männer. Dabei habe ich sogar mal eine Rennlizenz erworben.

Interview: Frank Hofmann

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