Interview

Ein Lauf mit Barbara Meier

Barbara Meier, Siegerin bei „Germany’s Next Topmodel“ (2007), ist heute Schauspielerin. Sie trainiert für den New-York-Marathon.

Barbara Meier New-York-Marathon 2013

Barbara Meier beim New-York-Marathon 2013 - Sie finishte in 3:59:37 Stunden.

Bild: Urs Weber

Trainingstagebuch
Strecke: Schanzenviertel, Hamburg
Wetter: 4 Grad, bedeckt
Distanz: 9 Kilometer
Zeit: 56 Minuten
Tempo: 6:15 Min./km

Der New-York-Marathon 2012 sollte dein erster Marathon überhaupt werden. Was schoss dir durch den Kopf, als er abgesagt wurde?

Ich hatte gemischte Gefühle. Einerseits war es natürlich völlig richtig, den Marathon abzusagen. New York war zu dieser Zeit wirklich ein Katastrophengebiet. Andererseits war es für mich eine riesengroße Enttäuschung, dass ein halbes Jahr Training umsonst war. Ich bin vorher nie so viel gelaufen. Am Anfang war das regelmäßige Laufen für mich schon eine Qual – und trotzdem habe ich mich durchgekämpft. Und jetzt sah ich mich um den Abschluss dieses Weges gebracht.

Was war für dich eine Qual – das Laufen selbst oder die ­Regelmäßigkeit des Trainings?

Letzteres. Früher bin ich nur gelaufen, wenn ich Lust dazu hatte, wenn ich abschalten und in der Natur sein wollte. Auf einmal musste ich jeden Tag laufen, auch nach einem anstrengenden Drehtag. Dazu musste ich mich erst mal überwinden. Das hat sich mittlerweile geändert. Ich habe viele wundervolle Seiten des Sports kennengelernt, die nur das regelmäßige Training mit sich bringt.

Und welcher wird jetzt dein erster Wettkampf?

Ich habe mich gerade wieder für den New-York-Marathon im November angemeldet. Das wird auf jeden Fall mein erster Marathon. Aber vielleicht kommt vorher noch der ein oder andere Halbmarathon.

Im Training bist du ja schon mal die Marathon­distanz gelaufen …

Ja, fürs Mentale musste ich vorher wissen, ob ich die ­Strecke schaffe. Zwei Wochen vor dem geplanten New-York-Marathon bin ich deshalb über 43 Kilometer im Training gelaufen. Jeder, dem ich das erzählt habe, hat mit dem Kopf geschüttelt. Ich habe es für mich aber gebraucht.

Wie ist es dir dabei ergangen?

Ich habe mich superrelaxed gefühlt. Mein Tempo war aber auch sehr langsam, ich habe gut fünf Stunden gebraucht. Selten ging es mir beim und nach dem Laufen so gut. Ich hatte keinerlei Beschwerden und ein wundervolles Gefühl.

Wie sieht deine Laufroutine jetzt aus?

Ich versuche fünfmal in der Woche Sport zu machen. Manchmal bedeutet das auch Fitnessstudio, aber dreimal acht bis zehn Kilometer kommen schon zusammen. Ich möchte mir auch ohne konkre­tes Ziel das bewahren, was ich durch das Laufen entdeckt habe: ein neues Körpergefühl, eine schöne Balance von Kopf und Körper.

Über Topmodels denkt man ja: Die müssen sowieso Sport machen, um schlank zu bleiben. Spielt das für dich auch eine Rolle?

So einfach ist das nicht. ­Topmodels sollen nicht nur schlank sein, sondern auch wenig Umfang haben. Deshalb muss man aufpassen, dass man nicht zu viel Muskeln aufbaut, also nicht zu viel Sport treibt. Aber momentan geht meine Karriereplanung mehr Richtung Schauspiel. Da darf ich sportlicher sein und da hilft es mir auch, dass ich jetzt meinen Körper einfach noch besser kenne und beherrsche.

Achtest du beim Laufen sehr darauf, was du anziehst?

Ich habe beim Laufen gern ­etwas Schönes an. Besonders an Tagen, an denen ich mich nur schwer aufraffen kann. Wenn ich dann in tolle Kleidung und tolle Schuhe schlüpfen kann, fühle ich mich gleich motivierter.

Schminkst du dich fürs ­Laufen?

Es bringt mir wenig, weil mein Kopf beim Laufen ­immer knallrot anläuft. Das kann kein Make-up über­decken. Beim Sport muss man auch nicht top gestylt sein – da soll man schwitzen!

Flirtest du beim Laufen?

Nein, ich bekomme sehr ­wenig mit von meinen Mit­läufern.

Welche Tools nutzt du?

Musik höre ich beim Laufen nicht, weil es für mich entspannender und meditativer ist, wenn ich meine eigenen Schritte höre. Außerdem ist dieser reine und ruhige Zustand super für mich, um mich in meine Schauspiel-Rollen zu versetzen. Was ich aber nutze, sind eine Pulsuhr und eine App, die meine Strecke und die Zeit aufzeichnet.

Und das wertest du auch alles aus?

Ja, das wird alles genau gespeichert, verglichen und ­bewertet. Als ehemalige ­Mathematikstudentin bin ich sehr zahlenaffin.

Du kommst viel herum in der Welt. Hast du eine Lieblingslaufstrecke?

Ich entdecke auf meinen ­Reisen immer wieder etwas Neues, die Strecken kann
ich nicht vergleichen. Ich ­nutze das Laufen gern, um fremde Städte kennenzu­lernen, aber vor Kurzem bin ich in Österreich mal durch ­Weinberge gelaufen – und das war auch sehr schön.

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