Laufender Schriftsteller

Ein Lauf mit Axel Hacke

Schriftsteller und Kolumnist Axel Hacke läuft oft morgens an der Isar und liebt Wettkämpfe. Ein Interview.

Axel Hacke

Axel Hacke: "Woher wissen eigentlich auf einmal alle, dass ich laufe?"

Bild: Richard Huber / wikipedia

Axel Hacke: Woher wissen eigentlich auf einmal alle, dass ich laufe?

Runner's World: Na, scheinbar hat Sie jemand beim Laufen erwischt.
Stimmt. Der Bayerische Rundfunk hat einen Fernsehbericht über mich gemacht, und da haben die mich auch beim Laufen gefilmt. Die sind mit einem VW-Bus vor mir hergefahren und haben mich gefilmt. Anfangs bin ich immer auf den Bus aufgelaufen, und dann ist er so schnell geworden, dass ich kaum noch hinterherkam. Da habe ich schwer gekeucht (lacht).

Es sieht aber doch jetzt ganz gut aus, wie Sie laufen.
Ich bin ein reiner Gesundheitsläufer. Ich mache das nur, weil ich fit bleiben will und es mir Spaß macht. Und weil es so unkompliziert ist: Wenn ich auf Lesereise bin, habe ich mein Zeug dabei. Überall gibt es so schöne Strecken, die man laufen kann. Wenn ich in Hamburg bin, freue ich mich auf den Lauf um die Alster, in Bonn auf den Lauf am Rhein oder in Würzburg auf die Strecken am Main.

Laufen Sie denn regelmäßig?
Ich laufe viermal pro Woche immer so um die 30 oder 40 Minuten – morgens gleich nach dem Aufstehen. Entweder hier in München oder eben da, wo ich gerade bin. Dann fühle ich mich einfach besser. Nicht nur körperlich, sondern auch mental. Wenn ich eine Woche lang nicht gelaufen bin, dann komme ich in eine andere Stimmung. Wenn ich zurückkomme vom Laufen, dann habe ich immer gute Laune.

Also sind so etwas wie Wettkämpfe gar nicht interessant für Sie?
Doch, ich bin sogar ein Wettkampftyp. Ich mag diese ganze Atmosphäre. Letztes Jahr bin ich im Rahmen des München-Marathons den 10-Kilo­meter-Lauf mitgelaufen. Das war ein schönes Erlebnis. In der Früh bin ich auf dem Weg zu diesem Lauf in die U-Bahn gestiegen, und da waren bereits viele Läufer, vor allem Marathonläufer. Ich habe keinem erzählt, dass ich nur die 10 Kilometer laufe und habe richtig Lust bekommen, auch mal einen Marathon zu laufen. Beim Einlauf in das Olympiastadion kam ein Mitläufer keuchend hinter mir ins Ziel und sagte: „Mensch, Herr Hacke, die ­ganze Zeit wollte ich Sie überholen. Schreiben Sie auch so schnell?“

Ist Laufen für Sie als Schriftsteller inspirierend?
Inspirierend nicht. Aber ich denke auch nicht groß über das nach, was ich schreiben will. Das kommt von selbst. Das Laufen pustet einen ein bisschen frei da oben. Alles wird mit Sauerstoff versorgt, und dann kann man wieder besser nachdenken. Ich laufe aber wirklich immer nur in der Früh. Schreiben findet am Schreibtisch statt, und da muss man auch bleiben. Für mich ist Vom-Schreibtisch-Auf­stehen wie eine Flucht vor der Arbeit.

Also erledigen Sie mit dem Lauf in der Früh eine angenehme Pflicht?
Das passt einfach. Ich stehe auf, schlüpfe in die Laufsachen und freue mich unterwegs schon aufs Frühstück.

Interview: Sonja von Opel

 

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