Eckart von Hirschhausen

Ein erleuchtendes Erlebnis

Dr. med. Eckart von Hirschhausen

Dr. med. Eckart von Hirschhausen mit seinem neuen Programm "Liebesbeweise". (Infos unter www.hirschhausen.com.)

Bild: Ralf Graner

Wie sind Sie zum Laufen gekommen?

Ich hatte echt so ein erleuchtendes Erlebnis. Ich habe Laufen eigentlich echt gehasst. Genauso, wie Glück am besten zu verhindern ist, indem man sich ständig mit anderen vergleicht, hatte ich drei Geschwister, die sehr sportlich waren. Meine Schwester hat Hockey-Nationalmannschaft gespielt, mein Bruder Basketball-Bundesliga, Tennis und so weiter. Die waren echt sehr fit. Und ich war dann von uns Vieren der Unsportlichste. Das hat mich immer davon abgehalten irgendwie groß Sport zu betreiben. Obwohl ich objektiv gesehen wahrscheinlich gar nicht so unfit war im Vergleich zu den restlichen Jungs in meiner Klasse. Aber ich lief irgendwie immer mit diesem Ding rum „Alle anderen sind besser als ich“. Und dann hatte ich ein Erlebnis, wo ich mich tatsächlich mal mit einem Jungen geprügelt habe. Das muss so in der achten Klasse gewesen sein. Und das war einer der stärksten in der Klasse und plötzlich lag der am Boden. Ich dachte: hoppla, in mir steckt irgendwas.

Da habe ich aber noch lange nicht angefangen zu laufen, weil ich das beim Schulsport auch immer doof fand. Ich habe dann mal ein Seminar gemacht bei einem sehr guten mentalen Trainer, Art Reade heißt der. Und da ging es darum, wie sehr wir an unsere eigenen Begrenzungen glauben. Er war selber Läufer und hat lang amerikanische Spitzenläufer trainiert. Er redete viel darüber, was er daraus gelernt hat. An dem Abend von dem Seminar bin ich einfach losgelaufen. Ich bin drei Stunden am Stück gelaufen ohne Pause. Das hätte ich mir nie zugetraut. Das war für mich echt ein Durchbruch. Wir haben Kräfte, die wir uns selber manchmal nicht zutrauen und manchmal brauchen wir Anstoß von außen. Das ist jetzt auch schon wieder über zehn Jahre her. Ich bin seitdem auch wieder 10 Kilo schwerer geworden, weil ich es nicht konsequent gemacht habe. Aber es war unglaublich befreiend für mich zu erleben: wenn es drauf ankommt, kann ich’s!

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