Dieter Baumanns Lauf der Woche

Dreh dich nicht um!

Wer die Regeln missachtet, hat das Nachsehen - das muss Dieter Baumann bei seinem Lauf der Woche erkennen.

Nicht umdrehen

Umdrehen verboten, das gilt für Läufer wie Fußballer. Dieter Baumann stellt das schmerzhaft fest.

Bild: iStockphoto.com / technotr

Lauf der Woche
Donnerstag, 12.April 2012
Ort: Viareggio
Dauerlauf – umgedreht mit schlimmen Folgen


Ich melde mich vom Dauerlaufen, ja, es war ein einfacher, ein hundsstinknormaler Dauerlauf. Italien, Wald, Strandpromenade, Viareggio, Sonne. Dieser Lauf hätte es nie zum Lauf der Woche geschafft. Niemals! Doch es kam mir ein Mann mit Hund entgegen. Besser gesagt, ein Hund mit Mann, denn der Vierbeiner zog sein Herrchen dermaßen durch den Wald, dass ich mir das Spektakel länger anschauen wollte. Als die zwei an mir vorbei waren, drehte ich mich um ...

Eine wichtige Regel des Laufens ist: Dreh Dich nicht um!

Wie oft haben mir meine Trainer diesen Spruch in einem Rennen reingerufen: „Dreh Dich nicht um!“ oder „Schau nicht zurück!“. Und es stimmt auch, wer zurückschaut, verliert. Wie damals beim Hallenrennen gegen Jan Fitschen. Ich lag vorne, noch eine Runde zu laufen, Jan Fitschen hinter mir. Ich drehte mich um, schaute nach rechts über meine Schulter. Nein, er überholte nicht (noch nicht!).

Der Hund, nein, nicht der von Viareggio, sondern der Hund Jan Fitschen, überholte mich ... links. Meist laufen wir dorthin, wohin wir schauen. Ich schaute nach rechts, machte also die Innenbahn um wenige Zentimeter auf (ich schwör’s, es waren nur wenige Zentimeter), aber die reichten Jan Fitschen. Er überholte links! Auf der Innenbahn. Fitschen gewann.

Die wichtigste Regel beim Fußball ist: der gefoulte Spieler schießt niemals den Elfmeter. Meine Fußballkarriere begann beim SV Wippingen in der E-Jugend. Dort, auf einem gottverlassenen Platz auf der Alb, haben mir die Trainer die wichtigste Regel des Fußballs beigebracht. Nein, eingeimpft: „Der gefoulte Spieler schießt niemals!“

Haben sie den Gesichtsausdruck von Arjen Robben gesehen, als er sich, kaum war er gefoult worden, den Ball schnappte? Er schaute so, wie ich damals, als Jan Fitschen mich links überholt hatte. Verdutzt, wohl wissend, dass alles auf dem Spiel steht und gleichzeitig verloren war. Warum nur hat er geschossen? Den Elfmeter?

Lieber Uli Honeß, zur Strafe muss Arjen Robben weg! Verkaufen? Nein, das wäre zu billig! Schickt ihn zur Verbannung auf die Schwäbische Alb zum SV Wippingen. Dort auf dem Platz (lieber Uli, ich kann Dir sagen, dort zieht es wie Sau ...), dort soll er für ein Spiel zum Einsatz kommen. Benefiz natürlich. Ich werde sein Gegenspieler sein, und wehe, der lässt sich fallen ... beim SV Wippingen schießt der gefoulte niemals selbst!

Kaum drehte ich mich nach dem Hund um (diesmal nach dem Hund in Viareggio), vertrat ich mir auf einer Wurzel den Knöchel. Wer zurückschaut, verliert. Ein dicker Knöchel ist schlimmer als ein verschossener Elfmeter und ich hoffe, dass ich bis zu meinem Einsatz gegen Robben beim SV Wippingen wieder fit bin.

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