Dieter Baumann

Dieser Dauerlauf endete im Stau

Das war nicht Dieters Tag: Erst hatte sein Team technische "Probleme", dann lief er zu langsam und stand anschließend zu lange im Stau.

Dieter Baummann Abtsgmünd

Das Team von Abtsgmünd.

Bild: Privat

Lauf der Woche
Sonntag 08.07.2012
Ort: Abtsgmünd
60 Minuten Stau(fen) Fest


Ich melde mich vom Dauerlaufen direkt aus Abtsgmünd. Und fast wäre ich dort geblieben, immer zu und ewiglich. Also nicht direkt in Abtsgmünd, nein dort lief alles rund. Gut unter normalen Bedingungen hätte mein Team gewonnen. Klar und deutlich sogar. Wir vom Team „Unterwegs gegen Krebs“ hatten aber technische Probleme. Unser Inliner hatte eine Schraube locker. Dann kamen noch die gesundheitlichen Probleme dazu. Unser Mountainbiker hatte Magen-Darm und deshalb: Ersatzradler! Morgens um fünf kam die Überraschende Nachnominierung. Unser neuer Mann ist „von Haus aus“ Läufer, nun wurde er über Nacht ein Mountainbiker. Das wäre so, als hätte Bundesjogi dem Klose gesagt, er muss ins Tor. Zu guter letzte kam ich als Läufer und muss selbstkritisch sagen: Ich war zu langsam.

Insgesamt haben wir unsere Chancen nicht genutzt, wir sind schlecht gestanden, in der Wechselzone. Daran lag es. Ja bei der Videoanalyse sieht man deutlich, dass wir in der Wechselzone zu unbeweglich waren. Wir hätten die Räume besser nutzen müssen. Zu viele individuelle Fehler, aber das Schöne: Wir haben trotzdem gewonnen. Euro 600! Danke an die Spender und danke an mein Team. Ihr ward super!


Der Teamspirit wäre schon ein Grund gewesen in Abtsgmünd zu bleiben. Aber ich fuhr trotzdem los und das war ein Fehler. Es war Staufer-Fest in Schwäbisch Gmünd. Das hatte mit meinem zu langsamen Dauerlauf in Abtsgmünd überhaupt nichts zu tun, aber auf dem Rückweg musste ich da durch. Durchs Stau(fer)fest und durch Schwäbisch Gmünd. Um durch Schwäbisch Gmünd zu kommen ist schon schwierig genug, denn in Schwäbisch Gmünd gibt es eine Baustelle. Vom Ortsanfang bis zum Ortsende. Der Vorteil ist, dass es dann egal ist aus welcher Richtung sie kommen. In Schwäbisch Gmünd ist immer Baustelle, seit drei Jahren. Wie man drei Jahre herumbuddeln kann, ohne zu einen Ende zu kommen, ist mir ein Rätsel und wahrscheinlich kennen die Schwäbisch Gmünder den Grund auch nicht, nur die Politiker kennen den Grund, sagen es aber wahrscheinlich nicht. Zu dieser Baustelle kam am Sonntag noch das Stau(fer)fest. 850 Jahre Schwäbisch Gmünd! 850 Jahre Stau(fer)? Nein, zur Zeit der Staufer gab es noch gar keinen Stau. Gut es gab auch noch keine Politiker heutiger Zeit.

57 Minuten stand ich im Stau und schaute Staufer an. In langen, wallenden Kleidern, auf mit Blumenschmuck verzierten Kutschen und überall Rittersleute. Nicht überall. Gleich am Ortseingang fiel mir ein junger Kerl auf. Rastalocken, kurze Schlabberhose, oben ohne. Ja, oben ohne! Rauchte irgendein Kraut – zumindest sah das so aus, oder, so wollte ich es wahrnehmen. Ich war freundlich, klar, lies ihn über die Straße. War ja auch kein Problem, wir Autofahrer standen alle. Nach 57 Minuten war ich endlich durch. Letzter Zebrastreifen, wer geht über die Straße? Mein Rastamann! Immer noch, nein, schon wieder rauchend. „Bist Du bis hierher gegangen?“, wollte ich wissen. „Nö, war noch bei einem Kumpel auf einen Kaffee“, rief er zurück und schlenderte weiter. Da hielt ihn ein Polizeiwachtmeister auf. (Wurde auch Zeit!) Der Zebrastreifen war von der Ordnungsgewalt noch gar nicht freigegeben. Kann ja nicht jeder machen was er will, im Stau(fer)land.

Normalerweise brauche ich anstelle der 57 Minuten nur 57 Sekunden, um durch Schwäbisch Gmünd zu fahren. Ist ja nicht groß die Stau(fer)stadt. 57 Sekunden! Ich meine das ist doch keine Zeit. Gut, wenn sie eine Stadionrunde in 57 Sekunden laufen, dann ist das schon eine schöne Hausnummer. Probieren sie es doch einmal aus. 400 Meter in 57 Sekunden. Also das ist schon anstrengend. Mitunter kann das auch Wehtun, 57 Sekunden!

Hoffentlich haben die Jungs und Mädels, die in exakt dieser Zeit im Bundestag das neue Meldegesetz während des EM-Fußballspiels Deutschland gegen Italien am 28. Juni beschlossen haben, heute auch große Schmerzen.

Dieter Baumann – Brot und Spiele

Bild: Ulrich Metz

Dieter Baumann spielt Theater:

Brot und Spiele


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21.09.2012 - Tübingen - Sudhaus
22.09.2012 - Tübingen - Sudhaus

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Sa. 15.09.2012 - Ummendorf - Ummendorfer Schloss / 20:00 Uhr
Do. 20.09.2012 - Bad Neustadt a.d. Saale - Stadthalle / 20:00 Uhr
So. 30.09.2012 - Waldstetten - alte Turnhalle / 19:00 Uhr


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