Ein Lauf mit Olaf Scholz

Die große Bedeutung der Fitness

Olaf Scholz läuft für Fitness und Gesundheit und wünscht sich das auch für andere.

Hamburg oder Berlin – wo laufen Sie lieber?
Am liebsten laufe ich in Altona an der Elbe oder im Volkspark. In Berlin laufe ich im Volkspark Friedrichshain. Im Tiergarten, wo ja viele laufen, war ich bisher nur im Winter. Ich weiß nicht, ob ich Lust habe, da zu laufen, wenn alle grillen.

Welche Möglichkeiten sehen Sie, in bildungsfernen Schichten mehr für gesunde Bewegung zu werben?
Ich glaube, es wäre gut, wenn die Schulen sehr früh anfangen würden, die Begeisterung für den Sport zu wecken – ich sage das als jemand, bei dem das damals nicht geklappt hat. Dazu gehört, dass man möglichst viele Dinge für sich ausprobieren kann, damit man später nicht vor der Hürde steht, das von Grund auf lernen zu müssen. Das gilt übrigens für das Ernährungsverhalten genauso. Man muss Gelegenheiten schaffen, dass Menschen entdecken können, wie viel Spaß ein gesundes Leben machen kann.

Wie ist es um die Fitness der Politiker bestellt?
Es werden zunehmend mehr, die darauf achten. Das ist wohl auch eine Generationsfrage. Es gibt im Deutschen Bundestag auch eine Sportgruppe, an der viele teilnehmen. Mittlerweile gibt es sogar ein Laufband im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus.

Wie schaffen Sie es, sich gesund zu ernähren?
Das ist am schwierigsten. Es gibt Wochen, da ernährt man sich nur von belegten Brötchen – und das ist bestimmt falsch. Dann muss man halt in der nächsten Woche gegensteuern.

Olaf Scholz

Bild: IMG3931 / wikipedia

"Immer mehr Politiker achten auf ihre Fitness, das ist wohl auch eine Generationsfrage."

Zum Schluss eine politische Frage: Erfüllt es Sie mit Genugtuung zu sehen, dass wichtige arbeitsmarktpolitsche Instrumente, die Sie als zuständiger Minister maßgeblich eingeführt haben, auch von der neuen Regierung übernommen wurden? Ich denke da vor allem an die Kurzarbeit und den Mindestlohn.
Es zeigt sich, dass es richtig war, auf die Kurzarbeit zu setzen und sie auszubauen, denn so hat die Krise den Arbeitsmarkt weniger stark getroffen. Ich bin aber besorgt, dass dies möglicherweise nicht bis zum Ende der Krise durchgehalten wird, weil jetzt die Ideologen wieder überhand gewinnen. Es ist auch wichtig, dass der Durchbruch beim Mindestlohn geschafft ist – aber der ist natürlich nicht gesichert. Die Diskussion wird noch hin und her gehen. Entscheidend ist aber doch die Einsicht, dass unsere Gesellschaft auf Arbeit aufgebaut ist. Das bedeutet, dass man die Arbeit schätzen muss und die, die arbeiten. Diese Einsicht verträgt sich nicht mit jeder politischen Haltung, die derzeit in der Regierung vertreten ist.

Weiterlesen

Seite 2 von 2
Zurück zur ersten Seite:
Ein Lauf mit Olaf Scholz


Ein Lauf mit ...: