Toms Top Ten

Die besten Strategien gegen Verletzungsfrust

Sie haben Patella, Sie haben Schienbein, Sie haben Achilles – sprich, Sie haben Laufpause. Tom verrät in seiner Kolumne die zehn besten Strategien gegen Verletzungsfrust.

Toms Top Ten: Die besten Strategien gegen Verletzungsfrust

Auch der besttrainierte Läuferkörper zickt mal – Sie haben Laufpause. Und Frust. Bestimmt setzt der körperliche und seelische Verfall schon nach drei Tagen ein. Was sie jetzt tun können, verrät Tom in seiner aktuellen Top-Ten-Liste.

Bild: iStockphoto.com / angelhell

10. Werden Sie zum Tier: Einfach mal die Katze wegsperren, die Großhirnrinde in den Neandertaler-Modus schalten und grußlos den Kratzbaum attackieren. Gerne auch in Kombination mit Urschreitherapie und Brustkorbtrommeln.

9. Beanspruchen Sie professionelle Hilfe: Wenn Sie mangels Laufbetätigung anfangen, mit Porzellan nach Wänden zu werfen oder in Fußmatten zu beißen, müssen Sie zum Psychologen. Falls der Ihnen zu mehr Sport rät, können Sie sich hinterher allerdings nicht auf Totschlag berufen.

8. Probieren Sie Systemische Aufstellung: Dieses Psycho-Rollenspiel ist eine hippe Methode zur Linderung von Leidensdruck. Das gilt vielleicht für Sie – aber bestimmt nicht für Ihre Gruppenkollegen, die dabei die Persönlichkeit Ihrer vernachlässigten Barfußschuhe annehmen müssen.

7. Vertrauen Sie auf Kultur: Seit Menschengedenken heilen wir unseren Weltschmerz mit den Segnungen der Erzählkunst. Gerade Filme gelten als zelluloidgewordene Seelenmassage. Zurecht: Nach einem romantischen Kugelhagelinferno oder einem gutbürgerlichen Rasenmähermassaker ist man doch gleich ausgeglichener.

6. Flüchten Sie die Realität: Lesen ist ja wie Laufen für die Seele. Und während Ihr Schweinehund unerwartet viel Auslauf hat, bekommt er in Büchern wie „ES läuft“ das, was er verdient: nämlich Schicksalsschläge mit der Laufroute.

5. Machen Sie Mentaltraining: Zu Recht unbekannte Laufyogis lehren, allein die Vorstellung zu laufen sei so wirksam wie echtes Training. Wenn Sie das hinkriegen, materialisieren Sie doch bitte mal bei mir vorbei und telekinesen zusammen mit Ihrem Kollegen Petrus das Hamburger Wetter fünf Grad wärmer.

4. Gehen Sie schwimmen: Es erfordert nur ein wenig Positivdenken. Sie vermissen Ihre Laufstrecke mit Kiefernnadeln, intimen Landstrichen und puscheligen Eichhörnchen, die in den Ästen tollen? In der Badeanstalt begegnen Sie immerhin Zehennägeln, intimen Abstrichen und pelzigen Hühneraugenpflastern, die im Wasser treiben.

3. Finden Sie eine clevere Alternative zu Intervall-Läufen: Zum Beispiel sechs Mal vier Minuten Tarifwechsel-Hotline bei einem Mobilfunk-Anbieter mit je zwei Minuten Telebanking-Pause. Das garantiert Maximalpuls, Schweißausbrüche und Schnappatmung wie beim echten Training.

2. Geben Sie Krafttraining eine Chance: Ein wenig Recherche fördert so lustige wie effektive Übungen mit dem eigenen Körpergewicht zutage. Beispielsweise Bizepscurl mit dem eigenen Knie. Oder Beinstrecker ohne alles. Da fehlt zum Fitness-Studio eigentlich nur der sympathische Pluderhosenkollege, der Sie mit „Zieeeh Digga!“ motiviert.

1. Steigen Sie um aufs Mountainbike: Ein 29er Marathon XC-Race Fully mit zweistufigem Remote Lockout und Fahrwerkabsenkung mag für die meisten Anwendungsfälle übertrieben sein, aber das ist Marathonlaufen auch. Die mountainbiketypische Mischung aus Ausdauertraining und Abfahrtsski-Gefühl ist jedenfalls eine der spaßigeren Seiten am Verletztsein.

Mehr von Tom alias Marvin Running
Jetzt als E-Book: Ein Mann sucht sich selbst. Und findet einen Schweinehund..

Echte Hilfe zu Laufverletzungen finden Sie in der RUNNER’S-WORLD-Verletzungs-Übersicht.

Toms Top Ten:

Die besten Lauf-Nationen