Baumanns Lauf der Woche

DFB-Skandal gelöst

In seinem Lauf der Woche lüftet Dieter Baumann das Geheimnis, in welches Projekt die 6,7-Millionen-Zahlung des DFB an die FIFA geflossen ist.

Pissoir Button

Die Tore der Pissoirs sind verschwunden.

Bild: iStockphoto.com / Alex Belomlinsky

Lauf der Woche
Freitag, 20.11.2015
Wilhelmshaven
Dauerlaufen in der Pissrinne


Ich melde mich vom Dauerlaufen - heute vom Pissoir, denn am gestrigen Donnerstag war der Welttoilettentag. Und in diesem Zusammenhang darf ich von einem unglaublichen Skandal berichten. Liebe Freundinnen der Laufkunst, Sie müssen jetzt ganz, ganz stark sein, denn im Pissoir werden gerade die Tore abgebaut. Ja, Sie haben richtig gehört: die Tore! Diese kleinen Fußballtore, in einer Größe von vier auf zwei Zentimeter sind verschwunden.

Vor gut zehn Jahren eroberten sie die Pissoirs und damit war ein seit Jahrhunderten bestehendes Problem gelöst.Das kleine Fußballtor stand im Zentrum des Pissoir, also am Abflussrohr. Zur höheren Motivation der Männer war am Fußballtor ein Ball montiert. Es gab Studien, die belegen, dass damit die Treffsicherheit signifikant anstieg. Der Ball muss ins Eckige, dachte der Mann und pisste endlich in die Rinne. So einfach wahr.

Endlich pissten die Männer nicht mehr daneben. Frauen fragten sich ja schon seit Generationen, was daran denn so schwierig sein sollte. Diese Frage muss an dieser Stelle unbeantwortet bleiben, erwähnen möchte ich die Erfindung dieser Fußballtore.

Jetzt zum Skandal: die Wirte beklagen sich, dass seit dem FIFA- und DFB-Skandal die Männer wieder daneben pinkeln. Absichtlich! Ja, sie urinieren aus Protest auf den Boden!

Übrigens soll der Erfinder der „Fußballtore in der Pissrinne“ kein Geringerer als Franz Beckenbauer gewesen sein. Genauer, Beckenbauer und Netzer. Sie waren gemeinsam auf einer Reise, um das Sommermärchen zu bewerben. Eines Tages gingen beide auf ein Pissoir und Netzer traf nicht. „Geh doch einen Schritt vor“, mahnte der Kaiser. Doch von Netzer wissen wir ja, dass er niemals auch nur einen Schritt zu viel machte. Netzer knurrt vor sich hin: „Ohne Ball mache ich keinen Schritt zu viel.“

Und schon war die Idee geboren. Die zwei WM-Macher waren von ihren Fußballtoren im Pissoir so begeistert, dass sie den Blatter mit auf's Klo nahmen. Rechtzeitig zur WM 2006 hat dann die Fifa alle Kneipen in Deutschland mit einer solchen Tortechnik ausgestattet. Angeblich hat der Spaß damals 6,7 Millionen gekostet.

Ach, wäre Günther Netzer einfach einen Schritt mehr gelaufen.

Bild: privat

Dieter Baumann, die Götter und Olympia – Termine 2015
• 29. Dezember 2015 Bietigheim-Bissingen / Kleinkunstkeller, 20:00 Uhr

Dieter Baumann: Lauf der Woche:

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