Marvin Running

Der Stoffwechsel läuft mit

Ballaststoffe, Folsäure und Capsaicin: Womit Marvin in der Küche seinen Körper auf Trab hält.

Chilischoten

Herrchen reicht es nicht, sich mit Laufen auf Touren zu bringen. Jetzt ist auch noch der Stoffwechsel dran.

Bild: Joujou / pixelio.de

Herrchen ist bester Laune. Zum Klang der CD „Die schönsten Buckelwalgesänge für den Marathon-Endspurt“ steht er in der Küche und komponiert kulinarische Kuriositäten.

„Zwiebeln“, flötet er und schnippelt zwei davon klein, „enthalten zehnmal mehr Quercetin als Äpfel oder Brokkoli.“

„Schnarch“, sage ich.

„Das nimmt freie Radikale in Gewahrsam und stimuliert die Bildung unserer Zell-Kraftwerke, der Mitochondrien.“

Die Armen, denke ich und verfolge widerwillig, wie er zwei Knoblauchzehen schält. Der soll ja das Risiko für Arteriosklerose so effektiv senken wie die Flirtchancen.

Dazu ein Schuss gesundes Olivenöl, Curry (Herrchen: „Das enthält Kurkuma, was die Abwehrkräfte stärkt. Und zwar von Schnupfen bis hin zu Herzinfarkt und Alzheimer“) und Oregano. Dazu erklärt er: „Das hatte in einer Studie den höchsten Gehalt an Antioxidantien aller untersuchten Gewürze.“

„Was heißt das übersetzt?“

„Hm. Es kann wohl nicht schaden.“

„Gilt das auch, wenn man es raucht?“

Er ignoriert das und öffnet je eine kleine Dose Kidneybohnen und Kichererbsen. „Ballaststoffe, 20 Prozent Eiweiß im getrockneten Zustand und eine sehr hohe ORAC, also Oxygen Radical Absorbance Capacity.“

„Is‘ klar.“

„Damit räumen sie die Sitzblockaden der freien Radikale auf. Außerdem enthalten sie viel Folsäure. Die fördert das Muskelwachstum. Zusammen mit Zwiebeln sind das richtige Mucki-Buden für unsere Mitochondrien.“

„Kann ich denn nie meine Ruhe haben?“, maule ich.

Kann ich nicht. Jetzt kommen sechs Chilischoten dazu. Die enthalten Capsaicin. Das regt im Körper die Dopamin- und Adrenalinproduktion an. Sprich: unser Stoffwechsel geht joggen, selbst, wenn wir auf dem Sofa sitzen.

Jetzt püriert er alles durch und rührt ein Pfund Quark drunter. „Fertig!“, ruft er.

Er meint, dieser kulinarische Gnadenstoß schmecke nach schierer Power. Und man könne es zu fast allem essen.

Das ist spätestens dann ein großer Fehler, wenn Kirsten uns ein Festmahl auf den Teller zaubert. Und er drei Löffel von dem Pampf drüberklatscht.

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