Dieter Baumann

Der Mais macht's

Bei der Behandlung seiner Wadenbeschwerden vertraut Dieter Baumann auf ein altes Hausmittel und tritt Mais.

Dieter Baumann beim Maistreten.

Dieter Baumann tritt den Mais mit Füßen.

Bild: privat

Lauf der Woche
Freitag, 16. Juli 2010
Tübingen
Maistreten – 10 Minuten


Es gibt ganz neue Behandlungsmethoden für die Wade, und weil meine schon seit einiger Zeit irgendwie den Geist aufgegeben hat, dachte ich mir, ich probiere das aus. Ich spreche von den bunten Tapebändern. Athleten kleben sich die Dinger auf alle möglichen Körperteile. Wahrscheinlich auch auf die unmöglichen, aber davon soll heute nicht die Rede sein. Wir können die Tapestreifen in allerlei Farben am Schulterblatt entdecken, eines am Oberschenkel und manchmal lassen sich die Athleten auch zwei als Kreuz verlaufend direkt auf den Schmerzpunkt kleben.

Hilft das?

Ein Therapeut klebte mir in der vergangenen Woche zwei hellblaue Tapestreifen auf meine Wade. Einer von rechts und einer von links von oben nach unten auf meine Ferse zulaufend. Hellblau soll im Übrigen eine kühlende Wirkung haben. Rosa eine wärmende und Rot? Nun, rot / rot ist im Moment offensichtlich nicht koalitionsfähig, aber das ist ein anderes Thema und hat nichts mit meiner Wade zu tun. Schwarze Streifen gibt es auch.

Grundsätzlich kommen die Tapestreifen immer dorthin, wo es am meisten weh tut. Ole von Beust beispielsweise sollte es nach dem vergangenen Sonntag mit hellblauen Streifen am Kopf probieren. Die hellblauen Tapestreifen kühlen und die Entscheidung seiner Hamburger Bürgerschaft tut im Kopf am meisten weh. Allerdings muss ich gestehen, dass bei meiner Wade nichts von der kühlenden Wirkung zu spüren war. Das Tape zwickte mich an der Haut, ansonsten war nix. Nur die Wade tat mir beim Laufen gleich bleibend weh.

Vergangenen Freitag erinnerte ich mich wieder: die beste Medizin gegen Wade, Achillessehne und müde Füße ist Futtermais. 25 Kilo in einem großen Bottich, Barfuss rein und 10 Minuten Maistreten. Fußkreisen und Zehengreifübungen inbegriffen.

10 Minuten Maistreten?

Ja, da geht der Puls auch nach oben, stärkt die Füße und entlastet irgendwann die Wade. Danach bin ich noch 20 Minuten locker getrabt. Immerhin also 30 Minuten bewegt. Klar tat die Wade weh, aber bald, bald bin ich schmerzfrei, spätestens dann, wenn ich den Mais zu Mehl zermahlen habe. Dann mache ich daraus leckere Maisfladen und lade zum Festessen auf jeden Fall die Hamburger Bürgerschaft ein.

Dieter Baumann: Lauf der Woche:

Schmerz lass nach